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Friedrich MerzCDU-Mann soll Blackrock Deutschland kontrollieren

Friedrich Merz ist der Öffentlichkeit vor allem wegen seiner Ideen für ein vereinfachtes Steuersystem bekannt. Nun heuert er bei Blackrock an. Der US-Vermögensverwalter will vom Netzwerk des CDU-Mannes profitieren.Sven Afhüppe, Robert Landgraf 17.01.2016 - 17:46 Uhr Artikel anhören

Merz (Foto) soll bei Blackrock Markus Rudolf, den Rektor der WHU Otto Beisheim Management School, ersetzen.

Foto: dapd

Düsseldorf/Frankfurt. Politisch ist es um den liberalen CDU-Mann Friedrich Merz ruhig geworden. Doch als Berater deutscher und internationaler Konzerne ist der Anwalt der renommierten Kanzlei Mayer Brown LLP ein gefragter Mann. Jetzt kommt eine neue Aufgabe hinzu. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen soll der 60-Jährige Aufsichtsratschef der deutschen Tochter des US-Vermögensverwalters Blackrock werden.

„Sobald die Finanzaufsicht Bafin den Wechsel genehmigt hat, soll Merz bei Blackrock Deutschland starten“, heißt es. Weder Blackrock noch Merz wollten die Personalie kommentieren. Blackrock verwaltet weltweit 4,5 Billionen Euro und ist damit der Größte der Branche. Auch in Deutschland ist Blackrock ein gewichtiger Investor – es gibt kein Unternehmen aus den Top-Aktienindizes Dax und MDax, wo der Konzern nicht engagiert ist. An der Deutschen Bank hält Blackrock sechs Prozent, bei BASF und Siemens sind es je etwa fünf Prozent.

Bei der Deutschen Bank hört das Topmanagement genau hin, wenn sich Blackrock-Chef Larry Fink äußert. Schon zweimal schrieb der Firmengründer einen Brandbrief an die Chefs der großen Unternehmen in den USA und Europa, zuletzt im Frühjahr 2015. Darin prangerte er die kurzfristige Gier an den Kapitalmärkten an und forderte verstärkt langfristige Investitionen.

Merz soll bei Blackrock Markus Rudolf, den Rektor der WHU Otto Beisheim Management School, ersetzen. Die Zustimmung der Bafin gilt als sicher. Alle notwendigen Unterlagen lägen zur Prüfung vor, und durch die langjährige Aufsichtsratstätigkeit in anderen Finanzkonzernen sei Merz der Bafin kein Unbekannter, heißt es in Finanzkreisen.

Die Gespräche zwischen Blackrock und dem Finanzmarktexperten haben nach Handelsblatt-Informationen bereits vor einem halben Jahr begonnen. In dieser Zeit hat Merz sowohl Blackrock-Gründer Fink als auch Deutschland-Chef Christian Staub getroffen. In den Gesprächen sei verabredet worden, dass Merz die Rolle eines „active chairman“ ausüben und Blackrock im deutschen Markt weiterentwickeln soll. Dabei soll Merz, der seit 2009 Vorsitzender des Thinktanks Atlantik-Brücke ist, sein breites Netzwerk einbringen.

Der frühere Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion ist der Öffentlichkeit vor allem wegen seiner Ideen für ein vereinfachtes Steuersystem bekannt und das Zitat, jeder Bürger solle seine Einkommensteuer auf einem Bierdeckel ausrechnen können. Zweifellos ist es Merz’ Stärke, dass er komplizierte Finanzthemen verständlich erklären kann.

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