1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Management
  4. Great Place to Work 2025: Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber des Jahres

Great Place to Work 2025Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber des Jahres

Eine vorbildliche Arbeitsplatzkultur fördert auch den Fortschritt und schafft Raum für Innovationen. Das zeigen die Sieger im Wettbewerb Great Place to Work.Andreas Schulte 27.03.2025 - 11:26 Uhr Artikel anhören
Eigeninitiative von Unternehmen zur Förderung der Innovationsfähigkeit erscheint aktuell umso wichtiger, da sich das allgemeine Innovationsklima in Deutschland zuletzt stark eingetrübt hat. Foto: Midjourney/Kristiane Kraft

Köln. Ein Notebook, ein Solarpad und ein Satellitenlink. Mit dieser Ausstattung für mobile Arbeit löst QAware ein Versprechen an Mitarbeitende ein. Denn die Beschäftigten des Münchener IT-Dienstleisters sollen ihre Arbeit überall erledigen können: an einem der vier Firmenstandorte in Deutschland, im Homeoffice oder auch unterwegs – selbst an entlegenen Orten. Die Ausstattung hilft weiter, wo Strom und Internet fehlen. Denn das Solarpad versorgt das Notebook mit Energie, und der Satellitenlink ersetzt das WLAN.

Bei Beschäftigten kommt die Ausrüstung für den Einsatz im offenen Feld gut an. Etwa einmal im Monat werde sie genutzt, sagt Marketingleiterin Nicole Lontzek. Zuletzt, als ein Mitarbeiter in Island weilte. QAware gehe es dabei nicht nur um Komfort. „Als Technologiepionier leben wir von Innovationen und die wollen wir fördern“, sagt Lontzek. „Verbesserungen der Arbeitsplatzkultur wie zum Beispiel unsere mobile Arbeitsplatzausstattung zahlen darauf ein.“

Solches Denken hat QAware beim Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ einen Platz auf dem Siegertreppchen beschert. Die Münchener gewannen in der Kategorie der Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Für das Ranking wurden Beschäftigte in knapp 1100 Unternehmen zu Themen wie Unternehmenskultur, Führung oder Förderung befragt.

Arbeitsrecht

Überstunden für 44 Prozent der Beschäftigten üblich

Der Gedanke, eine vorbildliche Arbeitsplatzkultur als Keimzelle für Fortschritt zu schaffen, treibt längst nicht nur QAware an. „Unternehmen haben in den letzten Jahren erkannt, dass erfolgreiche Innovationen keine Frage des Beitrags von Fachabteilungen oder Expertengruppen sind, sondern alle im Unternehmen jederzeit beitragen können und müssen“, sagt Frank Hauser, Geschäftsführer beim Beratungsinstitut Great Place to Work, das die Studie erstellt hat. „Dazu braucht es eine Kultur von Eigenverantwortung und Flexibilität einerseits sowie Vertrauen und Teamgeist andererseits.“

Auch QAware beschwört den Teamgeist. Einmal pro Jahr lädt das Unternehmen alle Beschäftigten samt deren Familien zu einem gemeinsamen Wochenende ein. „Das schweißt zusammen“, sagt Lontzek. Zudem können ganze Teams auf Workation gehen, also Arbeit mit Entspannung an einem reizvollen Ort koppeln.

Innovationen sind keine Frage von Fachabteilungen oder Expertengruppen. Alle im Unternehmen können und müssen jederzeit beitragen.
Frank Hauser
Great Place to Work

Und viermal pro Jahr können alle Beschäftigten die Geschäftsführung unmittelbar befragen. „Gerade wenn sich der Markt wandelt und dadurch strategische Veränderungen im Raum stehen, haben Mitarbeiter Gesprächsbedarf etwa zu ihrer Zukunft. Mancher fragt dann ganz direkt, wie das Unternehmen auf diese Veränderungen reagieren wird“, sagt Lontzek. „So schaffen wir Transparenz und eine Vertrauensbasis, die wir für eine innovative Arbeitsplatzkultur benötigen.“

Begehrte Auszeichnung: Zur Verleihung des Preises „Deutschlands beste Arbeitgeber“ kamen am vergangenen Donnerstag Vertreter der 100 Siegerunternehmen in der Kölner Flora zusammen. Mehr als 340 Gäste waren vor Ort. Das Handelsblatt ist Partner des Instituts Great Place to Work Deutschland, das den Award vergeben hat. Die Gewinner zeichnen sich durch eine vorbildliche Unternehmens- und Führungskultur aus. Foto: Gero Breloer für Great Place to

Deutschland: Signal gegen die Skepsis

Eigeninitiative von Unternehmen zur Förderung der Innovationsfähigkeit erscheint aktuell umso wichtiger, da sich das allgemeine Innovationsklima in Deutschland zuletzt stark eingetrübt hat. So finden nur zwölf Prozent der Befragten einer aktuellen Studie der Marktforscher von Statista und des Magazins „Capital“, das Umfeld für Innovationen habe sich in den vergangenen zwölf Monaten verbessert. Im Vorjahr waren es noch 17 Prozent.

Die Initiative ergreift auch Siemens Healthineers. Der Anbieter von Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen gewinnt in der Kategorie von Unternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten. Vor knapp zwei Jahren hat das Unternehmen in Erlangen das Innovation Center ins Leben gerufen und will über die eigenen Firmengrenzen hinaus Impulse geben.

Im Innovation Center entwickeln Siemens-Produktmanager, Forschende und Partnerunternehmen zusammen Lösungen für das Gesundheitswesen. So entstand etwa gemeinsam mit Ärzten und Kindern eine App, die jungen Patienten die Angst vor dem lauten Klopfen bei der Untersuchung durch ein MRT-Gerät nehmen soll.

Chancen für junge Leute

Nicht nur in der IT- und Hightech-Branche lassen sich Beispiele für eine ausgeprägte Arbeitsplatzkultur finden. Das beweisen die St. Gereon Seniorendienste im niederrheinischen Hückelhoven, Gewinner bei Firmen mit bis zu 500 Beschäftigten. „Azubis sind unser Steckenpferd“, sagt HR-Leiterin Manuela Garbrecht. Das Unternehmen wirbt mit der Aussage: „Wer einen Ausbildungsplatz möchte, bekommt auch einen.“ Einzige Voraussetzungen: mindestens 16 Jahre, Zeugnis zehnte Klasse, keine Vorstrafen.

Der Wettbewerb
Der Preis
Die Methode
Das Ergebnis

Von den 485 Beschäftigten sind 125 Auszubildende. „Wir stellen junge Menschen ein, von denen einige erst durch uns erstmals im Leben Wertschätzung erfahren. Manche mögen zu Beginn der Ausbildung Probleme etwa mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit haben. Aber sobald sie merken, dass sie für jemanden wichtig sind, also für die Betreuungsperson und auch für das Unternehmen, gelingt die Arbeit“, sagt Garbrecht. „Sie spüren, dass sich jemand um sie kümmert.“

Die Abbrecherquoten entsprächen denen von Unternehmen, die am Beginn der Ausbildung höhere Hürden setzten.

Verwandte Themen
Deutschland
Siemens Healthineers
Siemens

Das Unternehmen unterstützt seine Azubis bei Bedarf zudem mit Förderungen wie zum Beispiel mit Sprachkursen oder aber individuell. „Bei einem jungen Mann drohte die Ausbildung zu scheitern, weil er sich die Reparatur seines Autos nicht leisten konnte. Wir haben mit einem Kredit ausgeholfen, den er über seinen Lohn abgestottert hat.“

Erstpublikation: 24.03.2025, 10:07 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt