Manager: Ehemaliger Conti-CTO Dirk Abendroth wird neuer Chef von Batterie-Start-up Customcells
Der Elektroingenieur war knapp zwei Jahre lang Technik-Chef beim Autozulieferer Continental.
Foto: PR-BildDüsseldorf. Der ehemalige Continental-Technikchef Dirk Abendroth wird neuer Chef des Batterie-Start-ups Customcells. Zuletzt war Abendroth CTO bei der Technologieholding Team Global.
Der 47-Jährige wird in der Rolle des CEO tätig sein und die Customcells-Gründer Torge Thönnessen und Leopold König bei der Serienfertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen unterstützen. „Die Elektrifizierung der Luftfahrt passiert zeitversetzt zur Elektromobilität im Autobereich. Meine Aufgabe wird sein, diese Entwicklungsstränge, die aufeinander aufbauen, effizient zu gestalten“, sagt Abendroth dem Handelsblatt.
Customcells entwickelt spezielle Batteriezellen auf Kundenwunsch. Dazu zählt unter anderem das Flugtaxi-Start-up Lilium. Zuletzt ist auch Porsche über seinen Beteiligungsarm beim 2012 gegründeten Customcells eingestiegen. Abendroth kehrt damit wieder in die Autobranche zurück. Der Manager wird dabei dank seiner Kontakte in die Industrie als Vermittler fungieren.
Für Mitgründer König war Abendroth der Wunschkandidat. „Dirk Abendroth ist anders aufgestellt als wir. Er kennt die Autokonzerne von innen und hat auch viele Kenntnisse über die Luftfahrtbranche“, sagt König. Derzeit macht Abendroth seine Fluglizenz.
Der Elektroingenieur galt in seiner Zeit bei Continental als vielversprechende Führungskraft. Sein Abgang beim Dax-Konzern kam überraschend. Heute sagt er dazu: „Die Bedingungen, die in einem Großkonzern herrschen, sind an vielen Stellen zwingender und Prozesse zum Teil langwieriger. Und im Gegensatz dazu ist die Aufgabe bei einem jungen Unternehmen wie Customcells für mich natürlich sehr reizvoll, weil ich hier noch sehr viel selbst gestalten und entscheiden kann.“
Ähnliche Aufgabe wie bei Conti
Abendroth galt als möglicher Nachfolger von Frank Jourdan und Helmut Matschi, die als langjährige Vorstände das Kerngeschäft von Conti geleitet hatten und Ende des vergangenen Jahres den Konzern verlassen mussten.
Die Aufgabe bei Customcells wird für Abendroth aber eine ähnliche sein wie bei Conti. Er soll Synergien zwischen dem Batteriegeschäft für die Luftfahrt und für die Autoindustrie herstellen. Ziel ist es, die Batterieentwicklung so zu gestalten, dass ausgehend von den Batterien für Elektroautos, die Customcells beispielsweise für Porsche entwickelt, langfristig auch Batterien für elektrische Fluggeräte hergestellt werden können. Es gilt, Doppelstrukturen bei der Entwicklung zu vermeiden.
Genau damit hatte sich Abendroth auch bei Conti beschäftigt. Dort sollte er ebenfalls das Autozuliefergeschäft, das unter Doppelstrukturen leidet, verschlanken.