Marketingchef: Phil Schiller verlässt den Apple-Vorstand
Mit Schillers Abgang auf Raten endet langsam eine Ära bei Apple.
Foto: BloombergSan Francisco. Im Jahr 2009 begann Apples Macworld-Konferenz anders, als die Fans der Produktmesse es gewohnt waren. Statt dem asketischen Steve Jobs trat ein breiter gebauter Mann in Jeans und blauem Button-Down-Shirt auf die Bühne und gab die Keynote.
Jobs, dessen Bauchspeicheldrüsenkrebs wieder ausgebrochen war, brauchte einen Ersatz, um die wohl berühmteste Keynote der Technologie-Industrie zu geben. Und schickte seinen Marketingchef Phil Schiller.
Knapp neun Jahre nach Jobs' Tod zieht sich Schiller nun langsam aus dem Job zurück. Er wird eine Rolle als „Apple Fellow“ übernehmen, kündigte das Unternehmen am Dienstag an und weiterhin auf Events auftreten und für den App Store verantwortlich sein. Der Store war zuletzt in der Kontroverse, weil Entwickler für Apples iOS-Betriebssystem die Macht des Tech-Konzerns über ihre Apps hinterfragten.
„In dieser neuen Rolle wird er die Gedankenpartnerschaft und Führung fortsetzen, die seine Jahrzehnte bei Apple definiert haben“, sagte Apple-Chef Tim Cook in dem offiziellen Statement. Es sei Zeit für einige geplante Veränderungen in meinem Leben“, wird Schiller zitiert. Er wolle mehr Zeit für Freunde, seine Familie und Projekte, „die mir extrem wichtig sind“ haben.
Obwohl kein Bruch im für Apple so wichtigen Marketing zu erwarten ist, endet mit Schillers Abgang auf Raten langsam eine Ära bei Apple. 2019 ging mit Designchef Jony Ive bereits ein enger Vertrauter von Steve Jobs, mit Schiller geht nun ein weiterer.
Schiller, gebürtig von der US-Ostküste, kam 1987 zu Apple, folgte Jobs einige Jahre nach dessen Rauswurf als Apple-Chef zu dessen neuem Computer-Hersteller Next. 1997 kehrte er mit Jobs zu Apple zurück und war seitdem für das erfolgreiche Marketing und Produktinnovationen wie das klickbare Shuffle-Rad am iPod verantwortlich.