Multi-Aufsichtsrat: Was macht eigentlich Ex-Siemens-Chef Peter Löscher?
Salzburger Festspiele 2018: das Ehepaar bei der Premiere von Mozarts „Die Zauberflöte“.
Foto: German Select/Getty ImagesDass Peter Löscher, der von 2007 bis 2013 als Vorstandsvorsitzender des Münchener Konzerns agierte und dessen Karriere dort einst abrupt nach zwei Gewinnwarnungen, vorgetragen von seinem fintenreichen Finanzvorstand und Nachfolger im Amte des CEO, Joe Kaeser, unvollendet blieb, mit sich inzwischen im Reinen ist, war von Vertrauten aus seiner näheren Umgebung oft zu hören. Und es fällt nach einem ausführlichen Gespräch mit dem inzwischen 64-Jährigen auch leicht, diese oft gehörte Erzählung ehemaliger Topmanager in diesem speziellen Fall tatsächlich zu glauben.
Groß gewachsen, sportlich-schlank, volles graues Haar, grüner Pullover über kleinkariertem Hemd, sagt der Österreicher im warmen Tonfall seiner Kärntner Herkunft: „Geschichte ist Geschichte, das einzige, worunter ich leide, sind die Reisebeschränkungen infolge Corona.“
München-Bogenhausen, Ende November, in einer der vielen dort zu Bürozwecken umgewidmeten Stadtvillen. Draußen gibt der Winter mit Schnee und ordentlich Wind ein erstes Gastspiel der Saison, das Coronavirus ist mit einer Inzidenz von über 400 tief in die bayerische Landeshauptstadt eingedrungen, drinnen aber strahlt Löscher auf gewachstem Parkett und unter stuckverzierter Decke und nimmt dann doch ein einziges Mal an diesem Vormittag den Namen Siemens in den Mund: „München ist zu meiner Siemens-Zeit zu unserer Heimat geworden und wird es auch bleiben.“