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Familienunternehmen Haniel verkauft Geschäftsbereich ELG und kann 1,3 Milliarden Euro investieren

Haniel verkauft den Spezialisten für Edelstahl-Recycling an den luxemburgischen Stahlhersteller Aperam. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.
06.05.2021 - 17:51 Uhr Kommentieren
Der Haniel-Chef Thomas Schmidt will die Gruppe fit für die Zukunft machen. Quelle: Haniel / Bettina Engel-Albustin / fotoage
Haniel-Vorstandsvorsitzender Thomas Schmidt

Der Haniel-Chef Thomas Schmidt will die Gruppe fit für die Zukunft machen.

(Foto: Haniel / Bettina Engel-Albustin / fotoage)

Düsseldorf Das Familienunternehmen Haniel aus Duisburg verkauft seinen Geschäftsbereich ELG mit 1,3 Milliarden Euro Umsatz an den luxemburgischen Stahlhersteller Aperam. ELG gehörte seit 1983 zum Portfolio des 1756 gegründeten Unternehmens.

Der Spezialist für Handel, Aufbereitung und Recycling von Rohstoffen für die Edelstahlindustrie sowie von Hochleistungswerkstoffen wie Superlegierungen und Titan hatte 2019 noch 1,6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Er gehörte aber nicht zu den drei neuen Säulen: People, Planet, Progress.

Haniel-Chef Thomas Schmidt führt damit seine Strategie fort, das Unternehmen neu aufzustellen. Zur konkreten Höhe des Verkaufspreises von ELG wollte sich das Unternehmen zwar nicht äußern. Nach Angaben von Haniel hat Konzernchef Schmidt nun aber insgesamt 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung, um das Portfolio gemäß der drei Säulen weiterzuentwickeln. Haniel setzt dabei auf überdurchschnittliches Wachstum und Nachhaltigkeit.

Nun umfasst das Haniel-Portfolio sieben Geschäftsbereiche. Dazu zählen der Videoüberwachungsanbieter Bauwatch, der Matratzenbezughersteller Bekaert Deslee, der Hygiene-Spezialist CWS, das Matratzen-Start-up Emma, der Spezialist für Fischverarbeitung Optimar, der Verpackungsmaschinenhersteller Rovema sowie der Büroartikelversender Takkt. Hinzu kommt eine Finanzbeteiligung am Handelsunternehmen Ceconomy.

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    Haniel hat im abgelaufenen Jahr zwar mehr Umsatz gemacht, der Gewinn fiel allerdings niedriger als im Vorjahr aus. So stiegen die Erlöse um fünf Prozent von 2,95 Milliarden auf 3,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um fünf Prozent auf 235 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn reduzierte sich um 20 Prozent auf 153 Millionen Euro. Dabei wurde aber die ELG schon entkonsolidiert. Daher wurde das Unternehmen auch aus dem Vergleichsumsatz 2019 nachträglich herausgerechnet, der zuvor bei deutlich mehr als vier Milliarden Euro gelegen hatte.

    ELG hatte zuletzt einen operativen Verlust von 30 Millionen ausgewiesen, nach einem Gewinn von sieben Millionen Euro im Jahr 2019. Bereits im November hatte ELG-CEO Detlef Drafz sein Amt niedergelegt. Am 1. Januar hatte Donald Weir die Position übernommen.

    Grafik

    ELG gehörte bislang zu 100 Prozent zu Haniel und soll unter dem neuen Inhaber Aperam als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen und werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen, teilte Haniel am Donnerstag mit. ELG hat rund 1270 Mitarbeiter.

    Der luxemburgische Hersteller von Edelstahl, Elektro- und Spezialstahl betreibt sechs größere Produktionsstätten in Brasilien, Belgien und Frankreich und will mit ELG die Kreislaufwirtschaft voranbringen.

    Mehr: Haniel steigert Umsatz und treibt Ausrichtung auf „Enkelfähigkeit“ voran

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