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FamilienunternehmerMilliardär August von Finck verstorben

August von Finck ist gestorben. Der Familienunternehmer, der zu den reichsten Menschen Deutschlands zählte, wurde 91 Jahre alt.Jakob Blume 03.12.2021 - 17:29 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Milliardär ist im Alter von 91 Jahren verstorben.

Foto: Imago

Zürich. Der Milliardär August von Finck junior ist tot. Von Finck verstarb im Alter von 91 Jahren in London. Eine Person aus dem Umfeld des Unternehmers bestätigte dem Handelsblatt entsprechende Meldungen. „Süddeutsche Zeitung“ und „Münchner Merkur“ hatten zuerst über den Tod berichtet.

Von Finck galt als einer der reichsten Deutschen. Der Finanzdatendienst Bloomberg beziffert sein Vermögen auf 9,2 Milliarden Dollar. Er stammt aus einer einflussreichen Münchner Unternehmerfamilie. Von seinem Vater, August von Finck senior erbte er 1980 die Privatbank Merck Finck und wurde ihr Geschäftsführer. Zehn Jahre später verkaufte er die Bank an die britische Barclays. Seit 1999 wohnte er in der Schweiz, Familiensitz ist das Schloss Weinfelden unweit des Bodensees.

In den 90er-Jahren investierte er vor allem in schweizerische Industrieunternehmen, etwa den Industriekonzern Von Roll. Einige Beteiligungen hat die Familienholding jedoch inzwischen abgebaut. Bis 2018 hielt von Finck unter anderem die Mehrheit an der Hotelgruppe Mövenpick. Erst kürzlich trennte sich die Fincksche Hauptverwaltung auch von den letzten Anteilen am Genfer Warenprüfkonzern SGS. In der Schweiz besitzt die Familie zudem die Privatbank Von Roll, die aus dem gleichnamigen Industriekonzern herausgelöst wurde.

Darüber hinaus sicherte sich von Finck die Namensrechte des Edelmetallverarbeiters Degussa. Er gründete Anfang der 2000er-Jahre unter dem Namen Degussa Sonne/Mond Goldhandel ein neues Unternehmen und baute es zum größten bankenunabhängigen Edelmetallhändler in Deutschland auf.

Von Finck galt als öffentlichkeitsscheu, er machte jedoch durch zahlreiche Großspenden Schlagzeilen. Seit 2008 unterstützte er die FDP, die schließlich im Kabinett Merkel II die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen durchsetzte. Diese brachte den Liberalen den Spottnamen „Mövenpick-Partei“ ein. Im Jahr 2014 und 2015 lieferte die Von-Finck-Beteiligung Degussa Spiegel-Recherchen zufolge Barren für den Goldshop der AfD, die mit dem Verkauf ihre Parteifinanzen aufpolieren wollte.

Aus dem operativen Geschäft hat sich von Finck in den vergangenen Jahren immer stärker zurückgezogen. Der starke Mann in der familieneigenen Vermögensverwaltung ist Gerd Amstätter. Zudem übernahm sein Sohn August Francois von Finck zuletzt mehr Positionen, unter anderem bei der Schweizer Tochter des Goldhändlers Degussa.

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