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Klinikmarkt Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch sucht Schulterschluss mit Konkurrenten

Der Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch verbündet sich mit dem Konkurrenten Asklepios. Beide sichern sich die Kontrolle über den Konzern.
01.03.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Der CEO von Asklepios (l.) und der Unternehmensgründer der Rhön-Klinikum AG schließen sich zusammen. Quelle: obs
Kai Hankeln (l.) und Eugen Münch

Der CEO von Asklepios (l.) und der Unternehmensgründer der Rhön-Klinikum AG schließen sich zusammen.

(Foto: obs)

Düsseldorf Eugen Münch hat es wieder getan. Der 75-jährige Gründer des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum sucht erneut den Schulterschluss mit einem großen Konkurrenten.

Konkret bündeln Münch und der zweitgrößte private Klinikbetreiber Asklepios ihre Anteile an Rhön-Klinikum in einem gemeinsamen Joint Venture, das künftig rund 49 Prozent am Unternehmen hält, wie am Freitag vergangener Woche bekannt gegeben wurde. Den übrigen Aktionären wird ein freiwilliges Übernahmeangebot über 18 Euro je Aktie gemacht, was Rhön-Klinikum mit 1,2 Milliarden Euro bewertet.

Das Gesundheitssystem braucht Lösungen, die über das hinausgehen, was ein Unternehmen allein leisten kann“, begründete Eugen Münch in einer Telefonkonferenz seine Entscheidung. Münch gilt als Pionier der Klinikbranche, der aus dem Sanierungsfall der zu Guttenbergschen Kurkliniken ab den 1980ern den privaten Betreiber Rhön-Klinikum formte und zu einem milliardenschweren börsennotierten Unternehmen ausbaute.

Schon einmal, 2012, wollte der gelernte Bäcker und studierte Betriebswirt mit einem größeren Konkurrenten zusammengehen und seine Rhön-Klinikum AG mit der Fresenius Klinik-Tochter Helios fusionieren. Dahinter stand Münchs Vision von einem flächendeckenden Krankenhauskonzern, der mit innovativen – von den Bedürfnissen des Patienten ausgehenden – Versorgungskonzepten die Behandlungsqualität entscheidend verbessern sollte.

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    Tatsächlich scheiterte die Übernahme damals an Asklepios-Gründer Bernard gr. Broermann und dem Medizintechnikkonzern B. Braun, die als Anteilseigner bei Rhön-Klinikum einstiegen. Münch und Fresenius fanden 2013 dennoch einen Weg, indem Rhön-Klinikum rund 40 Kliniken und damit zwei Drittel seines Umsatzes an Fresenius verkaufte.

    Übrig blieb eine deutlich geschrumpfte Rhön-Klinikum AG mit rund einer Milliarde Euro Umsatz, dem Uniklinikum Gießen-Marburg und Häusern an drei weiteren Standorten. Das Management des Unternehmens machte sich auf Betreiben von Münch daraufhin daran, am Hauptsitz im fränkischen Neustadt an der Saale mit dem sogenannten Campus-Konzept eine Blaupause für eine sektorübergreifende medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu entwickeln.

    Über den Aufbau des Campus – finanziert mit den Mitteln aus dem Verkauf an Fresenius – konnte sich Eugen Münch mit den beiden anderen Großaktionären, Asklepios und Gründer Broermann (zuletzt 28,7 Prozent) und B. Braun Melsungen (25,2 Prozent), noch einigen.

    Pattsituation im Eigentümerkreis auflösen

    Über die weitere Entwicklung aber habe es unterschiedliche Positionen gegeben – auch im Vorstand, so Münch. Mit dem Deal mit Asklepios habe er die Pattsituation im Eigentümerkreis auflösen wollen. „Dass man mir zuhört, habe ich jetzt erreicht“, sagte der Rhön-Klinikum-Gründer.

    Die Zusammenarbeit mit der 3,4 Milliarden Euro Umsatz schweren Asklepios eröffnet Rhön-Klinikum laut Münch „neue Möglichkeiten, die Ertragskraft und Leistungsfähigkeit in einem schwierigen Marktumfeld nachhaltig zu stabilisieren“.

    Tatsächlich erwartet der fränkische Konzern wegen neuer regulatorischer Vorschriften in diesem Jahr ein deutlich geringeres operatives Ergebnis als 2019. Mit der finanzstarken Asklepios-Gruppe im Rücken sieht Münch die Chance, dem Unternehmen neue Impulse zu geben. Asklepios-Alleingesellschafter gr. Broermann sieht die Vereinbarung „als Meilenstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland“.

    Wie Rhön-Vorstandschef Stephan Holzinger die Transaktion sieht, dazu wollte er sich am Wochenende gegenüber dem Handelsblatt nicht äußern. Auch seitens des Großaktionärs B. Braun gab es auf Anfrage keinen Kommentar.

    Mehr: Der Möbelkonzern Steinhoff hat Chancen, in den SDax aufgenommen zu werden. Der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hingegen könnte hinausfliegen.

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