Luftfahrt: Wolfram Simon-Schröter: Was der Zeitfracht-Vorstand mit dem Flughafen Rostock vorhat
Das Familienunternehmen will den Flughafen Rostock-Laage übernehmen und zu einem Logistikdrehkreuz ausbauen.
Foto: Marcus ReichmannFrankfurt. Bei der Frage gleich zu Beginn des Gesprächs muss Wolfram Simon-Schröter grinsen, er hat sie erwartet. Erst die Modekette Adler und nun den Flughafen Rostock-Laage – was um Himmels willen wolle er denn noch alles kaufen? Man habe einen sehr fundierten Plan, beruhigt der Vorstand des Familienunternehmens Zeitfracht.
„Wir werden in Rostock einen zweistelligen Millionenbetrag in das geplante Logistikzentrum investieren und mindestens neue 250 Arbeitsplätze schaffen“, sagt Simon-Schröter, der mit der Gesellschafterin Jasmin Schröter verheiratet ist: „Dazu brauchen wir den vollen Durchgriff in die Prozesse, deshalb der Plan, den Flughafen zu kaufen.“
Den Airport einfach nur als Großkunde zu nutzen sei keine Option. „Wir wollen unabhängig von Flughäfen wie Leipzig oder Köln sein, ohne dass das jetzt als Kritik an diesen Airports verstanden werden sollte.“
Auch wenn es nur ein recht kleiner Flughafen ist, die Nachricht, dass Zeitfracht den Regio-Airport übernehmen will, sorgt in der Luftfahrtbranche für Gesprächsstoff. Sollten die aktuellen Gesellschafter – die kommunale Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding GmbH (RVV), der Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage – zustimmen, wäre es die erste Komplettübernahme eines deutschen Flughafens durch einen privaten Investor aus Deutschland.