Unternehmerin: „Die Erbschaftsteuer ist nicht der Kern der Probleme in unserem Land“
Melsungen. Während viele Unternehmen Investitionen ins Ausland verlagern, hat das 186 Jahre alte Familienunternehmen B. Braun gerade 150 Millionen Euro in ein neues Werk am Hauptsitz Melsungen investiert. „Wir brauchten einen echten Technologiesprung“, sagt Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende des Medizintechnikunternehmens, im Interview mit dem Handelsblatt. Die 46-Jährige leitet das hessische Unternehmen in sechster Generation seit mehr als sechs Jahren.
Dank weitgehend automatisierter Produktion kann B. Braun Einmalartikel für die Infusionstherapie nun wieder wettbewerbsfähig aus Deutschland für den globalen Markt produzieren. Möglich machte das auch ein neuer Standortsicherungsvertrag.
Weil sich die Rahmenbedingungen in Deutschland weiter verschlechtert hätten, seien die Hürden für große Investitionen „auf jeden Fall höher geworden“, sagt die Unternehmerin. Von der Politik fordert sie ein klares Gesamtkonzept und die Umsetzung zwingend erforderlicher Strukturreformen.
Zum Thema Erbschaftsteuer hat die Familienunternehmerin eine klare Haltung: „Wenn wir jetzt anfangen würden, Kapital aus dem Unternehmen zu ziehen, um uns für den Erbschaftsfall zu wappnen, würden wir unser Unternehmen erheblich schwächen – und auch Arbeitsplätze gefährden“, sagt Braun.