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FC-Bayern-Chef im Interview Karl-Heinz Rummenigge: „Eurosport war ein Betriebsunfall“

Der Chef des FC Bayern München kritisiert das Wettbieten um Spieler und die Gehälter. Fußball müsse wirtschaftlich stabiler werden, sagt er.
23.06.2020 - 04:02 Uhr Kommentieren
Der Chef des FC Bayern hofft das aktuelle Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null beenden zu können.
Karl-Heinz Rummenigge

Der Chef des FC Bayern hofft das aktuelle Geschäftsjahr mit einer schwarzen Null beenden zu können.

München Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, erteilt teuren Spielertransfers in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro eine Absage: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dieser Saison in Deutschland oder auch sogar in Europa so viel Geld für einen Spieler gezahlt wird“, sagt er in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.

Auch der FC Bayern werde vorsichtiger mit der Pay-roll umgehen und den Kader lediglich „etwas breiter“ aufstellen. Der Fußball sei mit diesem „Immer-Höher-Immer-Weiter-Immer-Schneller“ bei Summen für Spielertransfers und Spielegergehälter „ein gehöriges Stück übers Ziel hinausgeschossen“.

Wirtschaftlich rechnet Rummenigge in der Bayern München AG, bedingt durch Corona, für die Saison 2019/20 mit finanziellen Mindereinnahmen von circa 50 Millionen Euro: „Trotzdem haben wir die Hoffnung, eine schwarze Null zu schreiben.“ Da die Endphase der Champion League in die nächste Saison fällt, würden Einnahmen auch erst im nächsten Geschäftsjahr zum Tragen kommen.

Der Fußballmanager kritisiert im „Handelsblatt“-Interview Politiker und Medien, die während des Lock-Downs gegen einen Neustart der Bundesliga argumentierten. Rummennige: „Es gab ja den ein oder anderen Politiker, der kaum eine Sendung ausließ, um die Bundesliga zu kritisieren. Es wäre schön und anständig, wenn man da jetzt auch mal ein Einlenken hören würde.“

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    Namentlich kritisierte der frühere TV-Co-Kommentator die ARD und ihre „Sportschau“. Da sei in einigen Sendungen der Fußball „in Schutt und Asche geredet“ worden: „Jetzt wundern sie sich, dass die Einschaltquoten unbefriedigend sind.“

    Lesen Sie hier das komplette Interview:

    Herr Rummenigge, die Politik redet in Coronazeiten gerne vom „New Normal“. Dazu gehört im Fußball, dass die Champions League der besten europäischen Teams nicht mehr in K.-o.-Runden mit Hin- und Rückspiel läuft, sondern als Turnier ohne Zuschauer in Lissabon. Kommt dabei ein würdiger Champion heraus?
    Es gibt keine Alternative dazu. Der europäische Verband Uefa hat beschlossen, dass erst alle nationalen Ligen zu Ende gespielt werden müssen. Da die Corona-Pandemie in Italien, Spanien und England viel stärkere Auswirkungen hatte als bei uns, fingen diese drei Ligen auch erst später wieder an. So ist der Zeitplan jetzt dicht gedrängt.

    Frankreich hat vorzeitig die Saison abgebrochen ...
    ... was für den französischen Meister Paris St. Germain und auch Olympique Lyon rein fußballtechnisch kein Vorteil sein wird. Die sind seit März ohne Spielpraxis. In der Bundesliga war das Management zum Re-Start der Liga im Mai hervorragend. Wir haben alles dafür getan, dass der Spielbetrieb aufrechterhalten wird. Ich bin ein erbitterter Gegner von Entscheidungen am grünen Tisch. Es wäre zu einer Prozesswelle gekommen. Außerdem hat der Fußball auch gesellschaftspolitisch eine Rolle gespielt – allen wurde mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs signalisiert: Es geht raus aus dem Lockdown.

    Was in der Gesellschaft erbittert diskutiert wurde – etwa wegen der Sonderstellung des Fußballs.
    Der Fußball hatte keine Sonderstellung, sondern ein gutes und detailliertes Konzept. Die Bundesliga hat sich sehr diszipliniert verhalten. Es gab ja den einen oder anderen Politiker, der kaum eine TV-Sendung ausließ, um die Bundesliga zu kritisieren. Es wäre schön und anständig, wenn man da jetzt auch mal ein Einlenken hören würde. Denn wie man sieht, lief alles vorbildlich. Millionen von Fans in Deutschland freuen sich Wochenende für Wochenende, dass es Fußball nun zumindest wieder im TV zu sehen gibt. Es kam zu keinerlei Problemen. Viele internationale Ligen haben sich am deutschen Beispiel orientiert.

    Hat auch der FC Bayern in der Coronamisere Standards gesetzt?
    Der Verein hat sich in der Corona-Pandemie sehr solidarisch gezeigt. Wir wollten sowohl mit Finanzhilfen als auch vielen Gesten unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Und sportlich gesehen hat es die Mannschaft und unser Trainerteam, an der Spitze mit Hansi Flick, natürlich top gemacht. Sie haben sehr konzentriert und sehr professionell gearbeitet und sind total verdient Deutscher Meister geworden.

    Florentino Pérez, Präsident von Real Madrid, bastelt mit der Finanzfirma CVC an einer Weltliga der besten Klubs. Ist die Champions League à la longue überflüssig?
    Der Süden Europas hatte immer Interesse an einer „Super League“. Die Idee dabei war, die dreimal höheren TV-Einnahmen der englischen Premier League auszugleichen, die ja zudem noch viele finanzstarke Investoren hat. Wir hier in Deutschland, aber natürlich auch die Engländer selbst, können mit dem Modell Super-Liga nichts anfangen. Der FC Bayern, auch Borussia Dortmund, ist dafür nicht zu gewinnen. Der Mensch liebt die Revolution, aber bei dieser Revolution gäbe es zu viel Kanonendonner.

    Und wie erreicht man Ihrer Meinung nach am Ende mehr Wettbewerbsgerechtigkeit?
    Die perfekte Balance wird es da wahrscheinlich nie geben. Dann müssten alle Einnahmen aus allen Ländern in einen Topf geworfen und dann nach einem Schlüssel verteilt werden. Heute ist es so, dass man in der Champions League performen muss, um gutes Geld zu bekommen. Da die Topklubs in der Regel weit kommen in der Champions League, erzielen sie dann auch erneut hohe Einnahmen und haben somit erneut gute Voraussetzungen. Andererseits wünschen sich viele Zuschauer auch diese Duelle, viele sehen lieber ein Spiel FC Bayern gegen Real Madrid oder gegen Juventus Turin als gegen einen unbekannteren Klub. In Deutschland gibt es eine sehr solidarische, ausgewogene Verteilung der TV-Gelder: Der Meister erhält doppelt so viel TV-Einnahmen wie der Tabellenletzte.

    Ein Ergebnis ist, dass der FC Bayern achtmal hintereinander deutscher Meister wurde. Steht Ihr Klub im internationalen Vergleich nach Corona besser oder schlechter da?
    Finanziell waren wir in Europa immer unter den Top Five – gemessen am Umsatz. In der Krise haben viele gemerkt, dass es aber mehr auf die Liquidität ankommt. In all meinen Jahren als CEO haben wir nie rote Zahlen geschrieben – und konnten immer einen seriösen Betrag zurücklegen. Unsere Eigenkapitalquote liegt bei 72 Prozent. Das lässt uns besser durch die Krise gehen als viele andere europäische Klubs. Die zweite Komponente ist für mich Image. Für manche in Europa sind wir ein „role model“: erfolgreich, solidarisch, finanziell sehr solide und seriös.

    In der Champions League gibt es nun weniger Spiele und Liveübertragungen. Wie groß ist der Einnahmeverlust?
    Fakt ist, es wird zu Einnahmeverlusten kommen. Dieses Jahr wird der europäische Fußball noch mit einem blauen Auge davonkommen. Die nächste Saison wird für alle eine noch größere finanzielle Herausforderung darstellen. Je länger wir ohne Zuschauer spielen müssen, desto schwieriger wird es finanziell.

    Weil Ticketeinnahmen fehlen, die Spiele im Fernsehen weniger attraktiv sind und nicht mehr so viele Sponsoren kommen?
    Ja, und zum Beispiel weil es weniger Events gibt. Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran.

    In der Saison 2018/19 setzte der FC Bayern München im Konzern rund 750 Millionen und in der AG rund 716 Millionen Euro um. Wo liegen Sie jetzt?
    In der AG werden wir 2019/20 finanzielle Mindereinnahmen von circa 50 Millionen Euro haben. Trotzdem haben wir die Hoffnung, eine schwarze Null zu schreiben. Da die Endphase der aktuellen Champions League zeitlich in die nächste Saison fallen wird, werden hier mögliche Einnahmen natürlich auch erst im nächsten Geschäftsjahr zum Tragen kommen.

    Umso wichtiger, dass TV-Erlöse insgesamt die stärkste Umsatzsäule bleiben. Erfüllt der gerade ausgehandelte deutsche Fernsehvertrag für vier Jahre vom Sommer 2021 an Ihre Erwartungen? Er bringt rund 4,4 Milliarden Euro, zuletzt waren jedoch insgesamt 4,64 Milliarden Erlös angefallen.
    Ich bin der Meinung, dass es der DFL gelungen ist, in diesen schwierigen Zeiten ein erstklassiges Ergebnis zu erzielen. Dazu darf man ihr nur gratulieren.

    Die DFL hat intern angekündigt, für die nächste Saison sei nur mit 1,2 Milliarden Euro TV-Geldern zu rechnen – statt mit 1,35 Milliarden. Das liegt zum Beispiel am Sender Eurosport, der für Übertragungsrechte 70 Millionen jährlich zahlte, damit aber Verluste machte und wegen der Pandemie fristlos kündigte. Verspricht der Fußball mehr, als er ökonomisch halten kann?
    Nein. Der Fußball ist nach wie vor ein wichtiges Exklusivrecht. Das Spiel FC Bayern gegen Borussia Dortmund gibt es live nur auf einem Sender und nur zu einem Zeitpunkt, den neuen James-Bond-Film dagegen auf allen möglichen Plattformen. Eurosport hatte die Rechte seinerzeit offensichtlich ohne konkrete Pläne hinsichtlich Sendeplattform und ohne klares Marketingkonzept erworben. Nach einem Jahr stellte man dann fest, dass das Angebot so nicht funktioniert und man die Rechte – wohl mit Verlust – lieber sublizenzieren möchte. Eurosport war ein Betriebsunfall.

    Wie zufrieden waren Sie mit der „Sportschau“ und der ARD?
    In einigen ARD-Sendungen wurde der Fußball während des Lockdowns in Schutt und Asche geredet. Jetzt wundern sie sich, dass die Einschaltquoten unbefriedigend sind.

    „Schutt und Asche“? Meinen Sie kritischen Journalismus?
    Es gab ja genug Talkshows, in denen das Konzept der DFL und die Pläne zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs sehr negativ dargestellt wurden. Das hätte man teilweise auch seriöser und fairer diskutieren können. Fußball darf selbstverständlich gerne kritisiert werden. Aber Kritik sollte immer sachlich sein. All jene, die den Fußball wegen des medizinischen Konzepts zum Teil polemisch kritisiert haben, sind eines Besseren belehrt worden.

    Mit dem 1. FC Kaiserslautern ist der erste Traditionsklub in die Insolvenz gegangen. Rechnen Sie, bedingt durch Corona, mit weiteren Pleiten?
    Weil wir die Saison zu Ende spielen und die TV-Einnahmen weitestgehend so gesichert haben, konnte das Schlimmste verhindert werden. Immerhin waren zwölf von 36 Klubs der Ersten und Zweiten Liga gefährdet – eine unglaubliche Zahl. Bis zum Februar hatten wir das perfekte Geschäftsmodell im Fußball. Es gab zu Beginn einer Saison nur eine, allerdings wichtige Unbekannte: die sportliche Leistung der Mannschaft. Ansonsten wusste man: Wirtschaftlich war alles weitestgehend planbar. Mit Corona ist nicht nur der Fußball, sondern die ganze Welt in den Stillstand gelaufen.

    Es wurden dabei aber auch strukturelle Schwächen Ihrer Branche aufgedeckt. Zum Beispiel ein zu sorgloses Geldausgeben.
    Der Fußball muss versuchen, ein Stück rationaler zu werden, um so auch stabiler für Krisen der Zukunft gewappnet zu sein. Der Fußball ist in den letzten zehn Jahren mit diesem Immer-höher-immer-weiter-immer-schneller bei Summen für Spielertransfers und Spielergehälter ein gehöriges Stück übers Ziel hinausgeschossen. Wir lieferten uns alle einen atemberaubenden Wettbewerb um Neuzugänge, der nicht mehr rational zu nennen ist. Das füllte jedes Sommerloch. Da müssen wir in Europa bessere Lösungen finden.

    Gehört in Deutschland dazu, die berühmte „50+1“-Regelung abzuschaffen? Sie schreibt im Regelfall die Klubmehrheit bei den Mitgliedern fest. Erfolgreich sind auch hierzulande eher Vereine mit viel Kapital im Hintergrund, sei es von Volkswagen, Bayer, Red Bull.
    Für mich entscheidend ist das europäische Reglement „Financial Fair Play“ der Uefa. Es erlaubt nur eine jährliche Kapitalzufuhr von zehn Millionen Euro. Wird das konsequent durchgezogen, dann ist das ein geeignetes Mittel. 50+1 aufzugeben ist hingegen nicht die Lösung wirtschaftlicher Probleme. Das muss jeder Verein für sich selbst entscheiden. Es ist bekannt, dass die Ultra-Bewegung in den Kurven erbitterte Gegner sind, 50+1 abzuschaffen. Man muss sie mit in die Verantwortung nehmen.

    Was soll denn in einer solchen „Taskforce Zukunft“ der DFL konkret beschlossen werden? Eine Gehaltsgrenze für Spieler?
    Die juristischen Voraussetzungen, also das Wettbewerbsrecht, lassen das wahrscheinlich nicht zu. Nein, wir brauchen mehr Rationalität – und müssen das „Financial Fair Play“ in Europa stringenter mit klaren Kennziffern weiterentwickeln. Es ging ursprünglich immer darum, nicht mehr Geld auszugeben als eingenommen wird.

    Dass der aus Abu Dhabi finanzierte Spitzenklub Manchester City wegen finanzieller Exzesse für zwei Jahre in der Champions League gesperrt werden soll ...
    ... war für alle ein sehr überraschendes Urteil. Mal schauen, ob es im Juli vor dem Europäischen Sportgerichtshof CAS Bestand hat.

    Wie hat der FC Bayern München in der Coronazeit auf der Kostenseite umgesteuert? Dachten Sie auch an Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter?
    Wir wollten von Anfang an unsere solide finanzielle Lage dazu nutzen, unseren Mitarbeitern ein verlässlicher Partner zu sein. Und wir wollten keine öffentlichen Gelder in Anspruch nehmen, die für Firmen in Not gedacht sind. Die Spieler verzichteten im April auf 20 Prozent sowie danach auf zehn Prozent ihrer Gehälter – mit der Bedingung, dass die anderen Mitarbeiter weiter volles Gehalt bekommen. Als die Mannschaft hier erstmals nach dem vorzeitigen Titelgewinn wieder trainierte, klatschte die ganze Belegschaft aus den Fenstern. Ein großes Dankeschön an die Mannschaft.

    Werden Sie sich im Sommer mit teuren Transfers zurückhalten?
    Der Transfermarkt wird sich verändern. Es ist nicht viel Liquidität vorhanden, es fehlt also an Nachfrage. Nicht aber am Angebot an wechselwilligen Spielern. Das wird die Preise neu justieren. Auch die Gehälter werden kaum zu steigern sein, das gilt selbst für Topspieler. Viele europäische Klubs haben angekündigt, ihre Payroll herunterzufahren. Auch wir werden vorsichtiger damit umgehen.

    Was heißt das konkret?
    Wir haben eine Supermannschaft. Wir möchten aber unseren Kader etwas breiter aufstellen. Es wird in der nächsten Saison viele englische Wochen mit vielen Spielen geben, da müssen wir mehr einsatzbereite Spieler im Kader haben.

    Also keine hohen Beträge bis hin zu 100 Millionen für prominente Nationalspieler?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dieser Saison in Deutschland oder auch sogar Europa so viel Geld für einen Spieler gezahlt wird.

    Aus den Reihen der Spieler ist die Klage zu hören, sie seien in der Coronazeit nicht gefragt worden. Die DFL und die Klubs hätten alles über ihre Köpfe hinweg entschieden. Bekannte Profis wie Mats Hummels, Sven Bender oder Alexandra Popp gründen deshalb eine neue Spielergewerkschaft.
    Es gibt in Deutschland schon eine Spielergewerkschaft, die die Interessen der Spieler vertritt. Die aktuelle Neugründung verstehe ich deshalb nur bedingt. Die ganze Republik fordert zu Recht den mündigen Spieler, der sich zu Wort meldet. Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Die Spieler übernehmen damit nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten und Verantwortung.

    Was heißt das? Zurückhaltung bei Forderungen?
    Das heißt, einen Beitrag dafür zu leisten, dass Rationalität im Fußball wieder etwas größer geschrieben wird.

    Wann rechnen Sie eigentlich wieder mit Zuschauern? Die Politik will Großveranstaltungen frühestens im November erlauben.
    Wenn die Corona-Entwicklung weiter so positiv läuft, ist hoffentlich eine sukzessive Rückkehr zu Spielen mit Zuschauern in der nächsten Saison möglich. Der DFL ist mit ihrem „Konzept eins“ der Wiederstart des Wettbewerbs perfekt geglückt. Wir hoffen, dass es mit ihrem „Konzept zwei“ gelingt, wenigstens teilweise wieder Publikum ins Stadion zu lassen – natürlich mit Masken, Abstand und einem Einlasskonzept. Mit Christian Seifert haben wir einen ausgezeichneten Mann an der Spitze der DFL, der die Dinge konzeptionell perfekt vorbereitet und vor allem auch politisch abstimmt.

    Herr Rummenigge, gibt es etwas in Ihrem Job, woran Sie in 18 Jahren gescheitert sind?
    (Lacht) Wer hier arbeitet, bei dem sind alle Träume wahr geworden. Es ist ein Klub mit großer Kontinuität im Management. Man ist gut eingespielt. Ich habe hier in meinen vielen, vielen Jahren erst vier Präsidenten erlebt.

    Wie läuft der Generationswechsel? Ihr Vertrag endet nächstes Jahr.
    Ich arbeite sehr harmonisch, loyal und vertrauensvoll mit meinem Nachfolger Oliver Kahn zusammen. Ende 2021 bekommt er den Staffelstab von mir, und dann wünsche ich ihm so viel Spaß, wie ich an dem Job hatte. Für mich ist klar, dass jeder Mensch ersetzbar ist – seit 1977. Damals hörte Franz Beckenbauer als Spieler bei uns auf und ging nach New York. Jeder dachte: Die Ära des FC Bayern geht zu Ende. Und dann ging es nach ein paar Monaten bei uns trotzdem erfolgreich weiter.

    Herr Rummenigge, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Der „Sonderspielbetrieb“ der Bundesliga läuft – auch in Düsseldorf. Für unseren Autor fühlt es sich an wie Laborfußball. Ein Erlebnisbericht.

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