Katharina Spieß: „Manche Firmen reagieren erst dann, wenn es wehtut“
Düsseldorf. Die Babyboomer gehen in Rente – deshalb werden die Unternehmen in Deutschland in nur wenigen Jahren Hunderttausende Beschäftigte verlieren. Katharina Spieß, Deutschlands oberste Bevölkerungsforscherin, plädiert im Interview mit dem Handelsblatt deshalb für eine „gezielte qualifizierte Zuwanderung“ und den Ausbau von Kita-Plätzen.
Unternehmen müssten sich zudem schnell Gedanken machen, wie sie bisher ungenutzte Arbeitspotenziale heben können – indem sie in Weiterbildung investieren und Frauen mehr Vollzeitangebote machen.
Die Professorin für Bevölkerungsökonomie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz ist seit 2021 Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Die 57-Jährige untersucht Ursachen und Folgen des demografischen Wandels und berät die Bundesregierung. Auch zum künftigen Renteneintrittsalter hat die Forscherin eine Meinung.
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Frau Spieß, gibt der aktuelle Beschäftigungsmangel einen Vorgeschmack auf den demografischen Wandel?
Den demografischen Wandel gibt es schon lange. Das Problem bahnt sich seit Jahrzehnten schleichend an und wird immer größer – so wie beim Klimawandel. Bislang haben es einige Unternehmen nur noch nicht so richtig zu spüren bekommen. Nun fängt der demografische Wandel langsam an wehzutun, da verstärkt die Fachkräfte fehlen.