Neuer VW-Partner: Softbank will weltgrößte Plattform für vernetzte Autos aufbauen
Die Iren spielen heute schon eine zentrale Rolle bei der Vernetzung von VW-Fahrzeugen. Die VW-Softwaretochter Cariad gehört ebenfalls zu den größten Investoren.
Softbank hat große Pläne für Cubic Telecom: Mit dem Investment soll die weltweit führende Plattform für vernetzte Autos entstehen. Softbank steige damit „in den schnell wachsenden Markt für die Konnektivität hochwertiger Internet-of-Things-Produkte ein“, sagt Junichi Miyakawa, Chef der Softbank-Mobilfunktochter. „Wir freuen uns darauf, Konnektivitätsplattformen für die soziale Infrastruktur der nächsten Generation aufzubauen.“
Bis 2035 sollen 95 Prozent aller Autos vernetzt sein, prognostizieren die Unternehmensberater von McKinsey. Daten spielen für das Geschäft der Zukunft eine zentrale Rolle. Während ihrer gesamten Lebensdauer sollen Autos über Software und digitale Dienste Geld verdienen. Softbank rechnet damit, dass der weltweite Markt für digitale Dienste im Auto langfristig auf 250 bis 400 Milliarden Dollar pro Jahr wachsen wird.
Der irische Spezialist Cubic Telecom hat bereits 2016 damit begonnen, eine eigene Plattform für Autos, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Transport aufzubauen. Autohersteller können über das System die Daten ihrer vernetzten Fahrzeuge abrufen, drahtlose Software-Updates in die Fahrzeuge übertragen und weitere Dienste anbieten.
Dabei setzen die Iren künftig auch auf Softbanks Satellitennetz und die zahlreichen Technologie von KI-Unternehmen, in die Softbank investiert hat.
Exponentielles Kundenwachstum geplant
Bisher seien 17 Millionen Autos in mehr als 190 Ländern über die Plattform erreichbar, sagte ein Unternehmenssprecher von Cubic Telecom. Bislang gehören aber vor allem europäische und amerikanische Hersteller zu den Kunden. Der Einstieg von Softbank soll nun auch japanische Hersteller überzeugen. Auch Lkw-Hersteller und Containertransporteure gelten als potenzielle Kunden der Allianz. In den kommenden Jahren solle die Zahl der Autos, die durch Cubic Telecom vernetzt werden, „exponentiell steigen“, teilten beide Unternehmen mit.
Autohersteller können sich mit der Plattform die teure Entwicklung eigener Systeme sparen und sich auf andere Softwaredienste und Technologien wie das autonome Fahren konzentrieren.
Die Softbank-Gruppe, zu der auch die Mobilfunktochter Softbank Corp. gehört, ist einer der größten Investoren in Hightech-Start-ups. Auch die Tochter selbst investiert massiv in Robotik- und KI-Technologien. Die aktuelle Investition findet unabhängig vom Mutterkonzern statt.
Beide Unternehmen betonen jedoch, dass es sich nicht um eine Übernahme handelt, sondern um eine Kooperation, an der auch die bisherigen Anteilseigner beteiligt sind. Barry Napier soll Cubic Telecom weiterhin leiten. Investor Softbank erhält aber drei Sitze im Verwaltungsrat, genauso viele wie die bisherigen Investoren Cariad und der Chiphersteller Qualcomm.