Offshore-Windenenergie: Rettung auf hoher See: Windräder werden zur großen Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel
Ohne die Offshore-Windkraft wird die globale Energiewende nicht gelingen.
Foto: Siemens- Der Kohleausstieg könnte früher vollzogen werden als gedacht, also sind Alternativen erforderlich. Das neue EU-Klimaziel verleiht der Entwicklung zusätzliche Dynamik: Die Offshore-Windkraft erlebt gerade einen Durchbruch und könnte in den nächsten 20 Jahren zur wichtigsten Stromquelle werden.
- Derzeit dominieren drei Unternehmen das Geschäft mit der Windkraft auf hoher See: Siemens Gamesa, Vestas und GE Renewables. Obwohl noch nicht einmal ein Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch Offshore-Wind gedeckt wird, werden sie wohl so schnell keine Konkurrenz bekommen.
- Die Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Offshore-Windenergie verläuft rasend schnell. Ein Überblick über die neuesten Tech-Trends.
- Henrik Andersen, Chef des Windkonzerns Vestas, erklärt im Interview, auf welche Offshore-Trends er jetzt setzt.
Berlin, Düsseldorf. Der Offshore-Windpark „Alpha Ventus“ galt als Meilenstein: Zwölf Windräder mit einer Leistung von 60 Megawatt wurden nordwestlich von Borkum ins Meer gestellt. Zehn Jahre später wirkt das Projekt winzig im Vergleich zum größten Offshore-Windpark der Welt, der im Gebiet der Dogger Bank entsteht: 190 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 3600 Megawatt sollen sich ab 2023 vor der britischen Küste drehen und Strom für Millionen von Haushalten liefern.
Die 60-fache Leistung innerhalb von gut einer Dekade also – und das ist erst der Anfang. Von allen erneuerbaren Energiequellen ist die Windenergie auf See die beständigste und vor allem die leistungsstärkste. Ohne die Offshore-Windkraft wird die globale Energiewende nicht gelingen.
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet sogar damit, dass sie in 20 Jahren zur wichtigsten Stromquelle wird. Bis 2040 könnten die Investitionen in die Windkraft auf See weltweit ein Volumen von über 1,3 Billionen Dollar erreicht haben, schreibt die IEA. Die globalen Bemühungen um den Klimawandel, immer günstiger werdende Anlagen und steigende CO2-Preise haben schon in den vergangenen zwei Jahren für Rekordzahlen beim Ausbau der Offshore-Energie gesorgt.