Reisebranche: Warum Investoren Rekordsummen in die strauchelnde Hotelbranche stecken
Düsseldorf.
Die Hotels in der Messestadt haben besonders stark gelitten.
Foto: picture alliance / greatifNäher als in Deutschlands Hotelbranche könnten Glanz und Elend beieinander kaum liegen. Gerade einmal 18 Euro am Tag, so errechnete der soeben erschienene Marktbericht des Hotelverbands IHA, erlöste ein durchschnittliches Hotelzimmer vergangenes Jahr beispielsweise in der Messestadt Frankfurt. Ähnlich trübe sah es in Stuttgart oder Essen aus, wo üblicherweise Geschäftsreisende viel Umsatz bringen. Doch viele Messen sind ausgefallen, Events und Kongresse wurden abgesagt. Die Gäste fehlen.
Selbst in der Touristenstadt Berlin brachen die Übernachtungszahlen vergangenes Jahr gegenüber 2019 um 60 Prozent ein. Darüber hinaus sanken die Zimmerpreise um 14 Prozent. Noch immer unterschreitet die Zahl ausländischer Gäste – Stand Mai 2022 – das Niveau vor Corona um mehr als ein Fünftel.
Besonders bitter: Mit einer durchschnittlichen Zimmerauslastung von 31,5 Prozent schafften Deutschlands Hoteliers 2021 nur die Hälfte dessen, was nötig gewesen wäre, um in die schwarzen Zahlen zu gelangen.
Hotels in Deutschland leiden noch immer unter Corona-Pandemie
Bis heute leidet die Branche unter den Nachwirkungen der Coronapandemie – doch die Hotelinvestoren lässt das überraschend ungerührt. 22,4 Milliarden Euro stehen derzeit in der Branche für neue Hotels bereit – doppelt so viel wie vor zehn Jahren und 1,5 Milliarden Euro mehr als 2019. Diese Summe, so hat es der Fachverband IHA mithilfe mehrerer Beratungsfirmen errechnet, soll in den kommenden drei Jahren fließen, um 807 weitere Hotels mit zusammen 111.270 Zimmern zu bauen. Die Studie spricht von einem historischen Höchstwert.