Rüstung: Bund stellt Start-ups künftig finanzielle Weichen
Berlin. Start-ups nennen es „Valley of Death“ – „Tal des Todes“: Da ist eine gute Geschäftsidee, doch leider geht dem Unternehmen das Geld aus, bevor sie realisiert werden kann. Oder junge Firmen beteiligen sich gar nicht erst an einem Wettbewerb um einen potenziellen Auftrag, weil sie die damit verbundenen Kosten nicht stemmen können.
„Bei vielen Projekten muss man monatelang in Vorleistung gehen, insbesondere wenn es um die Beschaffung von Komponenten, den Aufbau der Fertigung oder des Teams geht“, sagt Leonard Wessendorff, Chef des im vergangenen Jahr gegründeten Sensorspezialisten Project Q. Das ist für viele junge Firmen zu schwierig.
Da aber gerade Start-ups mit ihren innovativen Ideen das Potenzial haben, um beispielsweise die Bundeswehr technologisch aufzurüsten, will die Bundesregierung nun helfen, das Tal des Todes zu überbrücken. Unternehmen sollen auch dann schon Geld vom Bund bekommen können, wenn sie dafür noch keine Gegenleistung erbracht haben.
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So steht es im gemeinsamen Gesetzentwurf von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für ein Beschaffungsbeschleunigungsgesetz, den das Bundeskabinett in der vergangenen Woche beschlossen hat.
Der Vorstoß der Minister hilft zwar nach Ansicht von Start-up-Chefs und Investoren. Allerdings reicht das Vorhaben längst nicht aus: Die jungen Firmen fordern Unterstützung an einer noch wichtigeren Stelle ein.