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„Keine Kleinigkeit“CIA-Visite in Kiew sorgt für Empörung

Inmitten der Ukraine-Krise stattet US-Geheimdienstchef Brennan der Hauptstadt des Landes einen Besuch ab. Washington spricht von einer Routine-Visite, Russland glaubt das nicht. Und auch in Berlin regt sich Kritik. 15.04.2014 - 15:29 Uhr Artikel anhören

Die Lobby des CIA-Headquarters in Langley, Virginia: Was machte der CIA-Chef in Kiew?

Foto: AFP

Berlin. Dass sich CIA-Chef John Brennan am vergangenen Wochenende in Kiew aufgehalten hat, sorgt für Unmut in Berlin. Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, sieht die Bundesregierung in der Pflicht, bei den Amerikanern Aufklärung einzufordern. „Kein Mensch glaubt doch daran, dass der CIA-Chef mitten in dieser Krise Kiew einen reinen Routinebesuch abstattet. Das ist keine Kleinigkeit“, sagte Riexinger Handelsblatt Online.

Washington habe die Krise in der Ukraine von Anfang an eskaliert, sagte Riexinger weiter. „Von Amerika aus ist die Krise weit weg, von Berlin aus nicht. Deutschland hätte die Hauptlast jeder Eskalation zu tragen.“ Daher müsse sich Deutschland „vom Eskalationskurs der Amerikaner emanzipieren“, betonte Riexinger und fügte hinzu: „Die Bundesregierung muss in Washington auf hundertprozentige Aufklärung zu den Zielen dieser Visite drängen.“

Das Weiße Haus hatte gestern den Besuch Brennans in Kiew bestätigt. „Normalerweise äußern wir uns nicht zu den Reisen des CIA-Direktors“, sagte ein Sprecher des US-Präsidialamtes. „Angesichts der besonderen Umstände in diesem Fall und wegen der von Russland vorgebrachten Unterstellungen hinsichtlich der CIA bestätigen wir, dass der Direktor als Teil seines Europabesuchs in Kiew war.“

Russland in Zahlen
143,3 Millionen (Stand: 2013).
2012: 654,5 Milliarden Kubikmeter.
2012: 32,9 Billionen Kubikmeter.
2012: 517,9 Millionen Tonnen.
2012: 87,2 Milliarden Barrel.Ein Barrel sind 119 Liter.
2014: ~ 2215,4 Milliarden US-Dollar
Schätzungen zufolge liegt das BIP je Einwohner im Jahr 2014 bei 15.717 US-Dollar.
2012: 5,1 Prozent.2013: 6,7 Prozent.*2014: 5,7 Prozent.**) Schätzung bzw. Prognose
2010: 7,5 Prozent.2011: 6,6 Prozent.2012: 5,6 Prozent.
2010: -4,0 Prozent des BIP2011: 0,8 Prozent des BIP2012: -0,1 Prozent des BIP
2010: 4,4 Prozent des BIP, brutto.2011: 5,1 Prozent des BIP, brutto.2012: 3,7 Prozent des BIP, brutto.2013: 2,9 Prozent des BIP, brutto.*2014: 2,3 Prozent des BIP, brutto.**) Schätzung bzw. Prognose
2010: 432,95 Milliarden US-Dollar.2011: 441,16 Milliarden US-Dollar.2012: 473,11 Milliarden US-Dollar.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte die USA aufgefordert, sie sollten erklären, was Brennan in der Ukraine gemacht habe. Das US-Präsidialamt erklärte dazu, dass Besuche ranghoher Geheimdienstmitarbeiter ein übliches Mittel seien, um eine gegenseitig nützlich Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich voranzubringen. Auch zwischen den USA und Russland habe es über Jahre hinweg solche Treffen und eine Kooperation gegeben.

Sanktionen gegen Moskau: Der Drei-Stufen-Plan der EU
Gespräche über Visa-Erleichterungen und ein Wirtschaftsabkommen mit Russland werden am 6. März auf Eis gelegt.
Die zweite Sanktionsrunde betrifft Einreiseverbote für russische und ukrainische Verantwortliche in EU-Staaten sowie das Einfrieren ihrer Auslandskonten in der EU. Die EU-Außenminister beschließen dies am 17. März, nachdem das umstrittene Referendum über eine Abspaltung der Krim trotz der Proteste des Westens abgehalten wurde.Betroffen sind 21 Russen und Ukrainer, die für das Referendum verantwortlich gemacht werden, unter ihnen der Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow und der Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko.Die Sanktionen sind zunächst auf sechs Monate beschränkt, können aber verlängert werden. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel geht es nach Angaben von Diplomaten um eine Ausweitung der Stufe zwei, also eine Ausdehnung der Sanktionsliste auf weitere Verantwortliche.
Die dritte Stufe beschreibt Folgen „in einer Reihe von Wirtschaftsbereichen“, also Wirtschaftssanktionen. Diese sollen verhängt werden, sollte Russland weitere Schritte „zur Destabilisierung der Lage in der Ukraine“ unternehmen, also etwa über die Krim hinaus im Osten des Landes militärisch eingreifen.Angesichts der damit verbundenen weitreichenden Auswirkungen auf die Wirtschaft in der EU könnte der Gipfel die EU-Kommission beauftragen, diese zu analysieren und abzuwägen.

Der entmachtete und nach Russland geflohene ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte dem Geheimdienst vorgeworfen, Brennan habe bei seinem Besuch zu Gewalt gegen Separatisten angestiftet. Auch in russischen Medien war über den Hintergrund von Brennans Besuch spekuliert worden. Die Behauptung, er hätte ukrainische Behörden zu „taktischen Einsätzen“ ermutigt, sei „komplett falsch“, sagte CIA-Sprecher Todd Ebitz laut einem Bericht der „Los Angeles Times“.

Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der sich das bereits belastete Verhältnis des Westens zu Russland ohnehin zunehmend verschlechtert. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert Russland abermals auf, im Konflikt um die Ukraine einzulenken. Es sei eindeutig, dass Moskau bei den Unruhen in der Ostukraine seine Hände im Spiel habe, sagte Rasmussen vor einem Treffen mit den EU-Verteidigungsministern in Luxemburg. Russland müsse seine Truppen von der ukrainischen Grenze abziehen und deutlich machen, dass es die Gewalttaten pro-russischer Separatisten in der Ukraine nicht unterstütze.

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Am Donnerstag wollen Vertreter der Ukraine, Russlands, der USA und der Europäischen Union auf einem Krisengipfel in Genf über die Lage in der Ukraine beraten. Nach Angaben des ukrainischen Übergangspräsidenten Alexander Turtschinow haben Spezialeinheiten im Osten des Landes mit dem angekündigten Einsatz gegen bewaffnete Aktivisten begonnen, die in mehreren Städten öffentliche Gebäude besetzt halten. Genauere Angaben über den Umfang der Aktion und Einsatzorte machte Turtschinow nicht. Ein Polizei-Sprecher erklärte, in der Stadt Kramatorsk hätten die Separatisten das Polizeihauptquartier inzwischen freiwillig geräumt.

dne, dpa, rtr
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