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KommentarAchtung, Falle! Warum die Banken beim Thema Strafzinsen nicht zu aggressiv sein sollten

Die Geldhäuser senken die Freigrenze auf Sparguthaben immer weiter ab und verprellen damit die Kunden. Das ist auf lange Sicht ein großer strategischer Fehler.Kathrin Jones 10.11.2021 - 16:57 Uhr Artikel anhören

Strafzinsen auf Sparguthaben sind längst kein Thema mehr, das nur die vermögende Kundschaft betrifft.

Foto: dpa

Bei den Strafzinsen ist der Damm längst gebrochen. Inzwischen kommen beinahe im Wochenrhythmus neue Ankündigungen der Banken, wie weit sie die Grenze herunterschrauben, bis zu der sie keine Gebühren für Sparguthaben erheben, die Kunden auf ihren Konten parken.

Damit ist klar: Strafzinsen auf Sparguthaben sind längst kein Thema mehr, das nur die vermögende Kundschaft mit überschüssigen Millionen betrifft. Auch Menschen, die regelmäßig überschaubare Geldbeträge zur Seite legen, den berühmten Notgroschen, müssen sich künftig noch gezielter überlegen, wie sie ebendiesen geschickt auf verschiedene Konten und im Zweifel auf verschiedene Banken verteilen. „Banken-Hopping“ ist das Gebot der Stunde. 

Die Treue zum eigenen Geldinstitut, wenn es sie denn je gab, wird dadurch weiter ausgehöhlt. Banken und Sparkassen – die im Privatkundengeschäft eh schon mit immer neuen Konkurrenten aus dem Fintech-Lager zu kämpfen haben – verprellen am Ende jene Kunden, die sie irgendwann wieder brauchen werden, wenn sich das Zinsumfeld normalisiert und das klassische Bankgeschäft wieder funktioniert. Und das bedeutet im Kern immer noch: mit geliehenem Geld mehr verdienen, als man in normalen Zeiten auf Spareinlagen der Kunden zahlt.

Noch ist es ohne Zweifel so, dass jeder Euro an überschüssiger Liquidität die Finanzinstitute Geld kostet. Doch die Nullzinswelt wird mittelfristig enden, die ersten Notenbanken, allen voran die Fed, steuern langsam um. Und wenn die Prognosen von Ökonomen stimmen, dann dürfte auf die Coronapandemie nicht nur ein rasanter europäischer, sondern globaler Wirtschaftsaufschwung folgen. Damit springt sehr wahrscheinlich auch das Kreditgeschäft wieder an: mit Firmenkunden, die mehr investieren, und mit Privatkunden, die mehr konsumieren. 

Wenn alle aus der Deckung kommen, sind Banken gefragt, die das entsprechende Kapital zur Verfügung stellen. Der Privatkunde als günstige Refinanzierungsquelle könnte dann auf einmal wieder interessant werden – wenn er denn noch da ist. 

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