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EEG-UmlageDie wichtigsten Fragen zur Erhöhung

Ab dem nächstem Jahr wird es teurer: Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien steigt auf knapp 5,3 Cent. Handelsblatt Online erklärt, was das für den Verbraucher bedeutet und warum die Umlage überhaupt steigt.Dana Heide 15.10.2012 - 13:05 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Zählerstand eines Stromzählers in einem Haushalt in Hannover.

Foto: dpa

Was ändert sich für mich?

Nun ist es amtlich: Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde. Das verkündeten die vier Übertragungsnetzbetreiber am heutigen Montag. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom pro Jahr bedeutet das Mehrkosten von rund 5,80 Euro pro Monat. Für 2012 hatte die Umlage 3,59 Cent betragen.

Ob und wie die Stromanbieter die höhere EEG-Umlage jedoch an die Verbraucher weitergeben, wird sich zeigen. So teilte der Energiekonzern RWE heute mit, dass er trotz der Erhöhung der Ökostromumlage seine Kunden vorerst nicht stärker zur Kasse bitten will. Wie lange das so bleibt, ließ der Versorger offen. Der Verzicht auf eine Erhöhung zum Jahresanfang gelte für rund 1,5 Millionen Kunden in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sowie der Töchter EnviaM, Süwag, Lechwerke und VSE Saarland. „Eine automatische Umsetzung verbietet sich. Die Umlage ist nur ein Bestandteil für die Preiskalkulation. Wir werden den Markt in den nächsten Wochen sorgfältig beobachten“, sagte ein Eon-Sprecher. EnBW und Vattenfall zeigten sich beim Thema Preiserhöhung zurückhaltend.
Verbraucherschützer rechnen allerdings im Laufe des kommenden Jahres für die gesamte Branche mit höheren Preisen, sollte die Erhöhung der Umlage nicht bereits zu Jahresbeginn weiter gegeben werden. Der größte Energieversorger in Ostdeutschland, enviaM, hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, in ganz Deutschland sei ab Januar 2013 mit einem „historischen“ Anstieg zu rechnen.
Falls der eigene Anbieter jedoch den Preis aufstockt, besteht ein Sonderkündigungsrecht, betont das Vergleichsportal Verivox.

Wie hoch ist der Anteil der EEG-Umlage an meinen Stromkosten?

Die eigentlichen Kosten der Stroms, also Erzeugung, Transport und Vertrieb machen in diesem Jahr nur rund 55 Prozent des Strompreises aus. Fast die Hälfte des Preises zahlen die Verbraucher für Steuern und Abgaben. Vor der Erhöhung lag der Anteil der EEG-Umlage bei rund 14 Prozent, hinzu kommen Mehrwert- und Stromsteuer in Höhe von zusammen rund 24 Prozent. Die Konzessionsabgabe, also die Kosten für die Nutzung der Netze, macht sieben Prozent des Strompreises aus.

Angesichts der Erhöhung der Ökostrom-Umlage verlangte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Kosten der Energiewende. "Der Verzicht auf die Mehrwertsteuer auf die Umlage kann dabei ein erster Schritt sein, um private Haushalte zu entlasten", sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel am Montag in Berlin.
Um die Verbraucher zu entlasten, hatte auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Wochenende eine Senkung der Stromsteuer gefordert.

Doch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sträubt sich gegen eine Senkung. „Ich bin von dieser Maßnahme nicht überzeugt“, sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Durch die von Rösler geforderte Senkung würden „genau diejenigen, die wenig Strom verbrauchen und Schwierigkeiten mit dem Bezahlen haben, am wenigsten entlastet“. Diejenigen, die viel Strom verbrauchen, würden den Löwenanteil der Entlastung bekommen.

Strompreis drücken: So viel ist drin
Die Zahlen der Grundversorger in den 100 größten Städten werden verglichen mit den Daten alternativer Anbieter. Basis ist der Jahrespreis für einen Verbrauch von 5.000 kWh in einem Haushalt mit vier Personen. Dabei sind drei Varianten zu unterscheiden-          Sparen mit empfehlenswerten Anbietern-          Sparen mit Öko-Anbietern-          Sparen maximal mit Billiganbietern, bei denen manche Verbraucherrechte eingeschränkt sind – als Gegenleistung für den günstigen Preis.Quelle: Check24
Wer nie den Anbieter oder das Stromprodukt gewechselt hat, befindet sich in der Grundversorgung. Das übernimmt oft das örtliche Stromversorgungsunternehmen zu einem vergleichsweise hohen Preis. Grundversorger ist der Stromanbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt.
Die Spanne der Tarifpreise von Grundversorgern liegt in dem Beispielfall in den 100 größten Städten zwischen knapp 1200 Euro in Lünen und fast 1500 Euro in Darmstadt.
In diesem Vergleich werden Tarife mit Vorauskasse und/oder Kaution sowie Pakettarife, Erstjahresrabatte und Boni nicht mit berücksichtigt. Enthalten sind nur Tarife mit Preisgarantie sowie einer Vertragslaufzeit von maximal 12 Monaten. Diese Bedingungen sind im Sinne des Verbrauchers, der flexibel bleiben möchte. Die Folge: Die Einsparungen halten sich in Grenzen, allerdings auch das Risiko, dass der Billiganbieter aus dem Markt ausscheidet und Verbraucher ihr Geld nicht wiedersehen.
Bei empfehlenswerten Taifen können Kunden bei einem Wechsel im Schnitt im Vergleich zur Grundversorgung 187,39 € einsparen. Im Schnitt könnte ist damit eine Ersparnis von rund 15 Prozent möglich.
Ersparnis minimal:    56,90 €Ersparnis maximal: 338,99 €Die mögliche Ersparnis bei empfehlenswerten Tarifen hängt stark von der Stadt oder der Region ab.
Im Preisvergleich positioniert sich durchweg Löwenzahn Energie als günstigster Anbieter. Dies ist eine Tochter der Flexstrom. Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne die Kosten abfedern, stellt die Stiftung Warentest fest. Doch oft seien die billigsten Anbieter auch die verbraucherunfreundlichsten. Zu Löwenzahn heißt es auf der Internetseite Stromanbieter-Test.de: „Die Geschäftspraktik sieht vor, den Kunden mit starken Rabatten anzuwerben und beispielsweise die Jahresabrechnung zu spät zu senden. Dadurch vergessen viele, fristgerecht zu kündigen und sind mehr oder weniger unfreiwillig das zweite, viel teurere Jahr auch noch Kunde.“
durchschnittliche Ersparnis zur Grundversorgung: 735,18 €Die besten Angebote bringen zumindest im ersten Jahr im Schnitt eine Ersparnis von mehr als 50 Prozent.SpanneErsparnis minimal: 564,03 €Ersparnis maximal: 888,07 €Das Sparpotential ist von Stadt zu Stadt und Region zu Region unterschiedlich.
In den Vergleich nahm Check24 nur hochwertige Ökostromangebote auf, die entsprechend positiv bewertet worden sind. Das sind Tarife mit OK Power Label, grüner Strom Label oder vergleichbare Tarife.
die durchschnittliche Ersparnis zur Grundversorgung: 152,17 €Damit erreichen Kunden einen Doppeleffekt: Sie kaufen mit gutem Gewissen Strom und sparen auch noch im Schnitt mehr als zehn Prozent.SpanneErsparnis minimal: 23,42 €Ersparnis maximal: 279,67 €

Warum muss die Umlage überhaupt erhöht werden?

Die Erhöhung der Umlage hat mehrere Gründe. Zum Einen, und das ist eigentlich eine positive Nachricht, weil der Ausbau der regenerativen Energien gut vorankommt. Zum anderen aber auch, weil immer mehr Unternehmen von der Umlage befreit werden, kritisieren Umweltverbände und die Bundesnetzagentur. Der fehlende Anteil wird auf die verbleibenden Schultern verteilt.

Die EEG-Umlage dient dazu, die Betreiber von Windparks, Solar- und Biogasanlagen und all den anderen regenerativen Energieerzeugern zu bezahlen. Dazu zahlen Privathaushalte derzeit 14 Prozent auf ihre Stromrechnung drauf. Bei einem Haushalt mit Eltern und zwei Kindern sind das bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) schon rund 140 Euro pro Jahr.

Der bundesweite Topf der EEG-Umlage ist im vergangenen Jahr ins Minus gerutscht. Wenn dieses Minus nicht ausgeglichen werden kann, und zu groß wird, muss die Umlage erhöht werden. Nur so kann die garantierte Vergütung ausbezahlt werden, die Betreibern von Solar- und Windanlagen bei der Entscheidung für ihre Investition zugesichert wurde.

Der Erfolg der regenerativen Energien führt auch dazu, dass die EEG-Umlage steigt. Denn das große Angebot etwa von Windstrom senkt die Preise an der Strombörse. Die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und der von der Bundesregierung garantierten Vergütung muss aus der EEG-Umlage bezahlt werden.

So nutzen Sie Energievergleichsportale
Einen Überblick über die verfügbaren Vergleichsrechner im Netz liefert Google. Quelle: Stern.de, Verbraucherschützer, Check24
Nicht alle Vergleichsrechner liefern die gleichen Ergebnisse. Daher sollten Verbraucher mehrere Portale nutzen und die Ergebnisse miteinander vergleichen.
Verbraucher sollten ihren Jahresverbrauch wissen, den müssen sie eingeben, wenn sie einen Vergleichsrechner nutzen.
Manche Rechner sind nach den Interessen der Anbieter eingestellt. Das muss sich nicht mit den Verbraucherinteressen decken. So landen die Kunden oft bei Offerten, die zwar sehr günstig, aber riskant sind, etwa Tarife mit Vorauskasse.
Um den richtigen Tarif zu finden, sollte man die Filter entfernen, die das Portal eingebaut hat. Das ermöglicht eine gezieltere Suche nach dem passenden Tarif.
Man kann die Rechner oft so einstellen, dass die eigenen Präferenzen berücksichtigt werden, etwa Strom aus erneuerbaren Quellen.
Wer in die engere Auswahl kommt, sollte intensiver geprüft werden. Zum Beispiel auf Preisgarantien. Dabei sollte man die jeweiligen Anbieter anschreiben und um Informationen bitten.
Es ist zwar bequem, den Wunschtarif über ein Online-Portal zu buchen. Besser ist jedoch, mit dem jeweiligen Versorger direkt Kontakt aufzunehmen. Ein Grund dafür: Oft ändern Versorger auch kurzfristig ihre Tarife, ohne dass Vergleichsrechner dies erfahren oder berücksichtigen.

Vor allem stromintensive Betriebe werden jedoch von der Umlage ausgenommen, damit sie im internationalen Wettbewerb keinen Nachteil haben. Eigentlich eine vernünftige Sache, jedoch kommen immer mehr Unternehmen in den Genuss. Im Jahr 2011 betrugen die so verursachten Mehrkosten für die übrigen Zahler der EEG-Umlage zwei Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 75 Prozent weniger, hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer aktuellen Studie errechnet. Im gleichen Zeitraum stieg die EEG-Umlage um vier Prozentpunkte von zehn Prozent (2010) auf 14 Prozent (2011/2012).

Auch die Bundesnetzagentur warnte bereits im März vor den zunehmenden Ausnahmen: „Die Bundesnetzagentur verfolgt die zunehmende Reduktion des EEG-umlagepflichtigen Letztverbrauchs aufgrund der Ausweitung der Privilegierungsregelungen mit Sorge“ hieß es in einem Evaluierungsbericht. Die privilegierten Unternehmen hätten in diesem Jahr zwar einen Anteil von 18 Prozent am gesamten Stromverbrauch, zahlten jedoch nur 0,3 Prozent der Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

"Nicht einmal die Hälfte der Umlage für das kommende Jahr geht auf die reinen Förderkosten für 2013 zurück", erklärte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbands für Erneuerbare Energien, am Montag.  

Der Verband der Stadtwerke hat angesichts der kräftigen Erhöhung der Ökostrom-Umlage einen Abbau von Ausnahmen bei der Förderung erneuerbarer Energien gefordert. "Strom sollte für alle Bevölkerungsgruppen und die Wirtschaft bezahlbar bleiben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Hans-Joachim Reck.

Wenn ich mit der EEG-Umlage doch ohnehin schon für die Energiewende bezahle – warum soll ich dann noch extra Ökostrom beziehen?

In der Öffentlichkeit wird oft von den „Kosten für Ökostrom“ gesprochen, wenn von den Kosten für die erneuerbaren Energien, also von der EEG-Umlage die Rede ist. Allerdings sind damit nicht Stromlieferverträge gemeint, die die Lieferung von „Ökostrom“ an Haushalte beinhalten. Viele Stromversorger bieten inzwischen solche Ökotarife an.

Dieser Strom ist jedoch noch lange kein rein „grüner Strom“. Er ist physikalisch genau der gleiche, der auch beim Nachbarn mit einem Liefervertrag über Atomstrom aus der Steckdose kommt. Der Strom besteht also sowohl Strom aus Atom-, Kohle-, und Gaskraftwerken wie auch aus regenerativen Kraftwerken. Schließlich können die Stromlieferungen nicht nach der Herstellung aufgeteilt und separat durch die Netze geschickt werden.

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Die Ökostrom-Verbraucher sorgen aber dafür, dass der Strom aus regenerativen Quellen noch mehr gefördert wird – zusätzlich zur EEG-Umlage. Manche Anbieter wie zum Beispiel Greenpeace Energy achten etwa darauf, dass immer genau die Menge an Strom, die ihre Kunden an „grünem Strom“ verbrauchen, mithilfe von Wind- oder Sonnenkraft ins Netz eingespeist wird. Auf diese Weise steigt die Nachfrage und somit die Unterstützung für die erneuerbaren Energiequellen.

Ökotarife müssen dabei noch nicht einmal teurer sein als herkömmliche Verträge. Das Vergleichsportal Verivox teilte im Juli dieses Jahres mit, dass man bei einem Wechsel sogar Geld sparen könne.

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