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RenoSchuhhändler bekommt Hilfe aus der Türkei

Der deutsche Schuh-Einzelhändler Reno wechselt den Besitzer: Der Finanzinvestor Capiton und die Ziylan Group aus der Türkei steigen bei dem Unternehmen ein. Reno will das frische Kapital für Wachstum nutzen.Georg Weishaupt 01.04.2016 - 13:39 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Schuhhändler hat neue Eigentümer.

Foto: Imago

Düsseldorf. Die deutsche Schuhbranche gerät in Bewegung: Der zweitgrößte deutsche Schuhhändler, die Reno-Gruppe aus Osnabrück, hat einen neuen Eigentümer. Wie das Unternehmen heute mitteilte, übernimmt der Berliner Finanzinvestor Capiton AG die Mehrheit. Die übrigen Anteile halten nun die Ziylan Group aus Istanbul, das Management-Team der HR Group, dem bisherigen Eigentümer, sowie der Ex-Karstadt-Chef Peter M. Wolf. Über Einzelheiten des Kaufvertrags, der am Donnerstag unterschrieben wurde, vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen.

„Mit starken Partnern an der Seite können wir wachsen und somit auf die Strukturveränderungen in der Branche reagieren", sagte Matthias Händle, geschäftsführender Mitgesellschafter der HR-Group. Er meint damit „den stark wachsenden Online-Handel und das veränderte Konsumverhalten“. Er will mit dem neuen, nicht genannten Kapital über „strategische Allianzen und die Eröffnung neuer Filialen“ weiter wachsen.

Die deutsche Schuhindustrie in Zahlen
Pro Jahr geben die Deutschen über zwölf Milliarden Euro für Schuhe aus.Quelle: Statistisches Bundesamt
Nike und Adidas sind hierzulande die am weitesten verbreiteten Schuhmarken.
Deichmann ist sowohl nach Umsatz als auch nach Filialzahl der größte Schuhhändler Deutschlands.
Insgesamt setzt der stationäre Fachhandel über sieben Milliarden Euro netto um.
Im Jahr 2015 wurden Schuhe im Wert von 2,5 Milliarden Euro aus China importiert.

Die HR Group entstand 2005 aus der Fusion des Familienunternehmens Hamm und der Unternehmensgruppe Reno. Die gesamte Gruppe beschäftigt derzeit rund 4.500 Mitarbeiter und betreibt im In- und Ausland rund 500 Einzelhandelsfilialen und etwa 1.800 Verkaufsstellen. Sie erzielte im Einzelhandel zuletzt einen Umsatz von rund 550 Millionen Euro. Sie ist heute der zweitgrößte Schuheinzelhändler nach der Essener Deichmann-Gruppe. Bisher hielt der Ex-Metro-Vorstand Stefan Kaske rund 50 Prozent der Anteile, die Familie Hamm 45 Prozent und der geschäftsführende Mitgesellschafter der HR Group, Händle, fünf Prozent.

Der Verkauf der Gruppe kommt nicht überraschend. Bereits im September vergangenen Jahres hatte Vorstandschef und Mitgesellschafter Händle die Suche nach einem Investor gegenüber dem Handelsblatt angekündigt. „Wir wollen wachsen und dabei auch Konkurrenten übernehmen“, sagte er damals. „Doch dafür brauchen wir eine neue Gesellschafterstruktur.“ Er beauftragte deshalb das Bankhaus Rothschild, Investoren zu suchen. Es sollte sowohl Finanzinvestoren als aus strategische Interessenten ansprechen. Zwischenzeitlich wurde über den Einstieg der Essener Deichmann-Gruppe spekuliert.

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Doch jetzt steigt der Finanzinvestor Capiton und die türkische Ziylan Group ein. Capiton verfügt über ein Fondsvolumen von gut einer Milliarde Euro und ist derzeit an zwölf mittelständischen Unternehmen beteiligt. Capiton investiert nach eigenen Angaben mittel- bis langfristig in Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Den strategischen Part des Kaufs übernimmt der neue türkische Partner. Die Ziylan Group ergänzt als größter türkischer Schuh-Einzelhändler den Vertrieb der Reno-Gruppe. Die beiden Unternehmen hoffen auf Synergieeffekte beim Einkauf und wollen ihre Markenrechte gegenseitig nutzen.

Die Schuhbranche erlebt derzeit einen dramatischen Umbruch. Viele Schuhhändler mussten in den vergangenen Jahren aufgeben, weil Onlinehändler wie Zalando ihnen massiv Konkurrenz machen. Auch einige große Schuhhändler gerieten in die Krise. So konnte der Filialist Ludwig Görtz nur mit einer harten Sanierung, dem Abbau von Arbeitsplätzen und dem Einstieg eines Finanzinvestors überleben.

Reno-Neugesellschafter Wolf war einst Chef der Warenhauskette Karstadt. Später stieg er bei der Kette Golf House ein. 2010 verkaufte seinen Anteil und mischt seit zwei Jahren beim Handtaschenhersteller Bree in Isernhagen bei Hannover mit. Dort hält er mit zwei anderen Gesellschaftern die Mehrheit des einstigen Familienunternehmens.

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