Homeoffice: Warum Obergrenzen für mobiles Arbeiten oft ihr Ziel verfehlen
Berlin. Zwei Tage zu Hause, drei Tage im Büro: Hybride Modelle haben sich mittlerweile in vielen Unternehmen durchgesetzt. Doch fast vier Jahre nach Pandemiebeginn wollen viele Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Belegschaft wieder öfter ins Büro kommt – und geben feste Obergrenzen für mobiles Arbeiten vor. Zwar entscheiden normalerweise die Teams, an welchen Tagen sie sich im Büro treffen. Eine Handelsblatt-Umfrage unter den 40 Dax-Unternehmen zeigt aber: Rund zwei Drittel der Konzerne regeln mit konzernweiten Richtlinien, wie oft die Mitarbeitenden maximal außerhalb des Büros arbeiten dürfen.
Die Deutsche Bank etwa erlaubt ihren Mitarbeitern, je nach Funktion bis zu drei Tage pro Woche mobil zu arbeiten. Bei Porsche sind maximal zwölf Tage im Monat außerhalb des Büros möglich. Und das Topmanagement des Softwarekonzerns SAP erwägt aktuell, die Mitarbeiter künftig wieder an bis zu drei Tagen pro Woche zu verpflichten, ins Büro zu kommen, wie das Handelsblatt kürzlich berichtete.
Johanna Bath ist nicht überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Bath ist Professorin für Finanzen und Strategie an der ESB Business School in Reutlingen, forscht zur neuen Arbeitswelt und hybriden Konzepten und sagt: „Starre Regelungen halte ich für Schwachsinn.“ Strikte Vorgaben, wie alle Mitarbeiter an drei Tagen pro Woche ins Büro zu beordern, funktionierten einfach nicht, so die Forscherin.