Rendite und Risiken: Die drei größten Gefahren für Versicherer im kommenden Jahr
Frankfurt. Wenn Christoph Jurecka spricht, könnte man glauben, das Jahr 2023 sei ein gutes Jahr für die Welt gewesen. Der Finanzvorstand des weltgrößten Rückversicherers Munich Re hatte meist frohe Botschaften für die Aktionärinnen und Aktionäre seines Unternehmens zu verkünden.
Der Gewinn des Unternehmens wird im Jahr 2023 voraussichtlich um eine Milliarde auf 4,5 Milliarden Euro steigen. Der Aktienkurs erreichte mit knapp 400 Euro ein Rekordhoch. Für das nächste Jahr rechnet Munich Re sogar mit fünf Milliarden Euro Nettogewinn.
Auch Hannover Rück, der zweite Rückversicherer im Dax und weltweit Nummer drei unter den Rückversicherern, erwartet für 2024 einen Gewinnsprung um ein Viertel auf 2,1 Milliarden Euro. Die Allianz rechnet trotz mehrerer Unwetterschäden mit einem operativen Jahresergebnis von rund 14,2 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr schlugen alle drei Versicherertitel im Dax an den meisten Handelstagen den Durchschnitt.
Im neuen Jahr warten allerdings Risiken auf die großen und die kleineren Versicherer. Das muss nicht heißen, dass die Unternehmen Verluste einfahren oder gar pleitegehen. Der Geschäftszweck einer Versicherung besteht darin, Risiken zu berechnen – und Schäden auch zu begleichen. Dass nicht alles so glatt läuft, wie es die Vorstände zum Jahresbeginn ankündigen, gehört in gewisser Weise zum Geschäftsmodell dieser Branche.