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ZahlungsverkehrBerliner Fintech Mondu leiht sich 50 Millionen Euro von einer Volksbank

Dass sich eine Volksbank so stark bei einem Fintech engagiert, erscheint ungewöhnlich. Das Geldhaus aus Reinheim bei Darmstadt hat allerdings bereits anderen Start-ups mit ähnlichem Geschäftsmodell Geld geliehen.Elisabeth Atzler, Dennis Schwarz 25.01.2024 - 07:26 Uhr

Frankfurt. Das Berliner Finanz-Start-up (Fintech) Mondu erhält erneut Geld von einer Genossenschaftsbank. Die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank aus Reinheim bei Darmstadt räumt Mondu ein Gesamtdarlehen in Höhe von 50 Millionen Euro ein – davon 30 Millionen Euro in einer aktuellen Tranche, wie Mondu und die Bank am Donnerstagmorgen mitteilten.

Mondu will mit den frischen Mitteln in Europa expandieren, wie Co-Gründer und Co-Chef Philipp Povel sagte. „Wir sind dankbar für das anhaltende Vertrauen und die Unterstützung der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank.“ Das Fintech ist bisher in Deutschland sowie in Belgien, Frankreich und Großbritannien aktiv.

Die Firma ist spezialisiert auf den Online-Rechnungskauf von Unternehmen, im Fachjargon „Buy now, pay later“ (BNPL). Der Rechnungs- und Ratenkauf ist bisher vor allem bei privaten Kundinnen und Kunden beliebt, das schwedische Fintech Klarna hat BNPL bekannt gemacht. Mondu will den Ansatz auf Firmenkunden als Käufer übertragen und bietet die Bezahlart daher Händlern an, die sich an Geschäftskunden richten.

Auch Peter Thiels Fonds hat schon investiert

Wie hoch die aktuelle Bewertung ist, will das erst 2021 gegründete Unternehmen nicht preisgeben. Neben dem 50-Millionen-Euro-Kredit hat Mondu 65 Millionen Euro an Eigenkapital eingesammelt.

Vor knapp zwei Jahren steckte unter anderem Valar Ventures, die Investmentgesellschaft des Tech-Milliardärs Peter Thiel, Geld in das Fintech Mondu. Laut dem Branchenportal „Deutsche Start-ups“ hatte Mondus Bewertung schon vor der Finanzierungsrunde im Mai 2022 bei 145 Millionen Euro gelegen.

In der Regel sprechen Start-ups gerne über ihre Finanzierungsrunden mit Eigenkapital, nicht aber über eine Kreditaufnahme. Mondu erklärte, dass eine Eigenkapitalfinanzierung in diesem Fall nicht infrage gekommen sei. Mondu finanziert mit dem Darlehen seine BNPL-Angebote. „Dies ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Kunden längere Zahlungsziele von bis zu zwölf Monaten anzubieten“, sagte Povel. Es handle sich dabei aber nicht um klassische Kredite.

Ungewöhnlich ist, dass sich eine Volksbank so stark bei Fintechs engagiert. Die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank mit einer Bilanzsumme von gut vier Milliarden Euro hat bereits anderen Start-ups mit dem Fokus Zahlungsverkehr Geld geliehen. Die Bank ist aus einer Fusion der Raiffeisenbank-Volksbank Miltenberg und der Volksbank Odenwald entstanden.

So beteiligte sich die Reinheimer Genossenschaftsbank im Herbst 2021 an einer Kreditlinie für den Mondu-Wettbewerber Billie mit 100 Millionen Euro. An Ratepay, das ebenfalls BNPL-Lösungen für Händler anbietet, reichte die Bank vor drei Jahren sogar einen Kredit über 200 Millionen Euro aus.

Bankvorstand Ralf Magerkurth betonte, das Geldhaus habe in den vergangenen Jahren bereits mehrere Kooperationen mit Fintechs geschlossen und „viel Know-how in diesem Bereich aufgebaut“. Besonders der Markt für BNPL sei ein Fokus der Bank.

Wählerische Geldgeber

Insgesamt haben deutsche Fintechs im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld von Investoren erhalten als zuvor. Nachdem sich Fintechs 2021 ihre Investoren noch aussuchen konnten, sind die Geldgeber durch Ukrainekrieg, Inflation und Zinswende deutlich wählerischer geworden. Geld gibt es meist nur noch, wenn ein glaubwürdiger Weg in die Profitabilität aufgezeigt werden kann.

2023 nahmen sie in 83 Finanzierungsrunden etwa 937 Millionen Euro an Risikokapital ein – und damit deutlich weniger als in den Vorjahren. Das geht aus Zahlen des Analysehauses Barkow Consulting hervor. 2022 konnten deutsche Fintechs in 85 Finanzierungsrunden noch etwa 2,6 Milliarden Euro einsammeln.

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Mondu hat zuletzt – wie einige andere Fintechs auch – Stellen gestrichen. Derzeit beschäftigt die Firma nach eigenen Angaben 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr sei das Team noch etwas größer gewesen, sagte Povel. Vor zwei Jahren waren es erst 30 Beschäftigte.

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