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PersonalieEZB-Aufseher wird Chef der Schweizer Finanzmarktbehörde Finma

Stefan Walter übernimmt das Amt im April. Zuvor baute er bei der EZB die Bankenaufsicht für systemrelevante Banken der Eurozone auf. Frühere Stationen waren EY und die Fed. 24.01.2024 - 13:40 Uhr

Zürich. Der neue Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma kommt von der Europäischen Zentralbank (EZB). Stefan Walter übernimmt am 1. April die Leitung der in Zusammenhang mit dem Untergang der Großbank Credit Suisse in die Kritik geratenen Behörde.

Die Schweizer Regierung habe die Wahl genehmigt, teilte die Finma am Mittwoch mit. Walter sei seit 2014 Generaldirektor bei der EZB. Zuerst habe der 59-jährige Deutsche dort die Bankenaufsicht für die systemrelevanten Banken der Eurozone aufgebaut. Ab 2020 sei er für alle Risikobereiche, insbesondere Kredit- und Liquiditätsrisiken, sowie die Konzeption und Durchführung von Stresstests verantwortlich gewesen.

„Mit Stefan Walter gewinnt die Finma eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit fundierter internationaler Finanzmarkterfahrung in der Bankenaufsicht“, erklärte Finma-Präsidentin Marlene Amstad. Besonders seine Kenntnisse im Bereich der Großbankenaufsicht und seine Beziehungen zu internationalen Aufsichtsbehörden seien für die Aufsichtstätigkeit der Behörde bei den systemrelevanten Schweizer Banken ein großes Plus.

Vor seiner Zeit bei der EZB verantwortete Walter verantwortete beim Berater Ernst & Young den Bereich Aufsicht und Regulierung von Großbanken. Frühere Stationen des an den US-Universitäten Columbia und Berkeley ausgebildete Finanzexperten waren der Basler Ausschusses für Bankenaufsicht und die Federal Reserve Bank of New York.

Nach dem Kollaps und der Notübernahme der Credit Suisse durch den größeren Rivalen UBS im März wurden die Finma, aber auch die Schweizerische Nationalbank und die Schweizer Regierung für ihr spätes Eingreifen kritisiert. Finma-Chef Urban Angehrn trat im September aus gesundheitlichen Gründen zurück, seine Stellvertreterin Birgit Rutishauser übernahm die Aufgabe interimistisch.

Eine ganze Reihe anderer Spitzenkräfte verließen die Finma in den vergangenen Monaten ebenfalls. Es war spekuliert worden, dass die Rücktritte auch mit dem Führungsstil von Präsidentin Amstad zu tun haben könnten. Dazu sagte sie in einem Interview: „Ich bin schon sehr erstaunt über das, was gelegentlich über mich verbreitet wird. Es steht diametral dem entgegen, was mir wichtig ist und was mein Stil ist.“

Die Finma fordert nach dem Credit-Suisse-Debakel schärfere Instrumente zur Verhinderung von zukünftigen Bankenkrisen. Die Behörde will Spitzenbanker einfacher abberufen, Bußgelder verhängen und im Gegensatz zu heute die meisten ihrer Verfahren gegen Institute öffentlich machen können.

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Für die Handhabung der Krise gab sich die Aufsichtsbehörde gute Noten. Die Finma gilt gemessen an Aufsichtsbehörden in den USA oder in Großbritannien als vergleichsweise zahm. Zuletzt verhinderte etwa der Vorgänger der gegenwärtigen Schweizer Finanzministerin griffigere Regeln.

rtr
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