Versicherung: Allianz erhöht Dividende kräftig und kauft weitere Aktien zurück
Frankfurt. Die Allianz erhöht ihre Dividende für das abgelaufene Jahr kräftig und will ihre Aktionäre auch künftig stärker am Gewinn beteiligen. Für 2023 will der Versicherungsriese 13,80 Euro je Aktie ausschütten, 2,40 Euro mehr als ein Jahr zuvor, wie er am Donnerstagabend in München mitteilte.
Das ist das Ergebnis einer neuen Ausschüttungspolitik: Ab sofort sollen 60 statt 50 Prozent des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns nach Anteilen Dritter als Dividende gezahlt werden, mindestens aber so viel wie im Vorjahr.
Zudem legt die Allianz ein neues Aktienrückkaufprogramm auf. Von März bis Ende des Jahres sollen eigene Aktien für bis zu eine Milliarde Euro aufgekauft und danach eingezogen werden. Ein 1,5 Milliarden Euro schweres Rückkaufprogramm war bereits im November abgeschlossen worden. Seit 2017 hat die Allianz 12,5 Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgegeben.
Dass die Allianz nur drei Monate nach dem jüngsten Rückkaufprogramm das nächste startet, hat zwei Gründe. Der erste lautet: Der weltgrößte Versicherer verdient viel Geld.
Am Freitag wird der Dax-Konzern seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt geben. Vorstandschef Oliver Bäte rechnete zuletzt mit einem Konzernergebnis im Bereich von 13,2 bis 15,2 Milliarden Euro.
Allianz-Kurs entwickelt sich schwächer als der anderer Versicherer
Der Aktienkurs der Allianz entwickelte sich dabei alles andere als schlecht. Während der Dax in den vergangenen zwölf Monaten knapp 13 Prozent zulegen konnte, stieg der Preis der Allianz-Anteilsscheine mit 17,6 Prozent stärker als der Index-Durchschnitt.
Doch im Vergleich zu anderen Versicherern hält der Aktienkurs des Dax-Konzerns nicht mit. Die Papiere des Münchener Nachbarn Munich Re stiegen im selben Zeitraum um 29,3 Prozent und damit deutlich stärker als der Allianz-Kurs. Die Anteilsscheine von Hannover Rück, dem dritten Versicherer im Dax, kletterten mit gut 28 Prozent ebenfalls stark nach oben.
Für die Allianz ist also noch Luft nach oben. Michael Huttner, Analyst der Berenberg Bank, sieht das Interesse vieler Investoren an den Anteilsscheinen großer Versicherer weiter wachsen.
„Wir glauben, dass der Hauptgrund dafür, dass den Investoren europäische Versicherer weiterhin gefallen, darin besteht, dass sie glauben, dass die Aktienkursdynamik anhalten wird“, erklärte er jüngst. Vorstand und Aufsichtsrat der Allianz dürften mit der nun deutlich aufgehübschten Aktie den Weg für eine solche Dynamik geebnet haben.
Erstpublikation: 22.02.2024, 20:17 Uhr