US-Wahl 2024: So läuft die heutige US-Wahl ab
Düsseldorf. Heute wählen die USA ihren 47. Präsidenten. Für die Demokraten tritt US-Vizepräsidentin Kamala Harris (60) an. Die Republikaner haben Donald Trump (78) zum Präsidentschaftskandidaten nominiert.
Ob für das demokratische Blau oder die Republikaner in Rot: Der Weg ins Weiße Haus ist kompliziert. Das Handelsblatt klärt die wichtigsten Fragen zur morgigen US-Wahl.
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Wie wird in den USA gewählt?
Die US-Amerikaner wählen ihr Staatsoberhaupt indirekt in mehreren Schritten. Zwischen den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern und dem Präsidenten stehen Delegierte und Wahlleute. Beide werden zu verschiedenen Zeitpunkten vom Volk gewählt.
Während die Delegierten bereits über den Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei entschieden haben, müssen die Wahlleute noch über den Präsidenten und den Vizepräsidenten abstimmen.
Wer wird am 5. November 2024 gewählt?
Die Bürger der USA wählen heute die Wahlleute für das Electoral College. Dabei besitzt jeder Bundesstaat eine bestimmte Anzahl von Wahlleuten („electors“), die der Summe der Senatoren und Abgeordneten dieses Staates im US-Kongress entspricht. Kalifornien verfügt als bevölkerungsreichster Staat der USA beispielsweise über 54 Wahlleute. Kleinere Staaten wie Vermont oder Wyoming kommen nur auf drei Wahlleute.
Erst im Dezember, also einige Wochen nach dem Wahltag, treffen sich die Wahlleute im Electoral College und geben ihre Stimmen für den Präsidenten und Vizepräsidenten ab. Der Präsident der USA wird traditionell am 20. Januar des Jahres nach der Wahl vereidigt.
Ab wann hat ein Präsidentschaftskandidat die Mehrheit?
Insgesamt gibt es 538 Wahlleute. Ein Kandidat benötigt also mindestens 270 Stimmen, um die Mehrheit und damit die Präsidentschaft zu gewinnen. Aktuellen Umfragen und Prognosen zufolge läuft die Wahl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Harris und Trump hinaus.
Was bedeutet das „Winner takes it all“-Prinzip?
48 von 50 US-Staaten folgen dem Prinzip: „The winner takes it all.“ Hierbei erhält der Kandidat mit der Mehrheit der Stimmen automatisch alle Wahlleute eines Bundesstaats.
Diese Form des Wahlsystems verstärkt die Rolle der sogenannten „Swing States“. Das sind Staaten, in denen das Wahlergebnis offen ist und beide Parteien tendenziell nah beieinander liegen.
In diesem Jahr gelten sieben Bundesstaaten als besonders umkämpft. Dazu zählen Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin.
Wann öffnen die Wahllokale in den USA?
Wann die Wahllokale in den Vereinigten Staaten öffnen und schließen, unterscheidet sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Es hängt mitunter auch von der jeweiligen Zeitzone ab. Die meisten Lokale öffnen zwischen 6 und 7 Uhr morgens (Ortszeit) und schließen zwischen 19 und 21 Uhr. Die verschiedenen Schließzeiten führen dazu, dass die Wahlergebnisse in den USA zeitversetzt eintreffen.
Die ersten vorläufigen Ergebnisse werden in der Regel innerhalb weniger Stunden veröffentlicht. In Deutschland treffen diese noch während der Nacht zum 6. November ein, da die USA je nach Bundesstaat sechs bis neun Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) liegen.
Wie oft wird in den USA gewählt?
Alle vier Jahre wählen die Bürger der USA den Präsidenten. Parallel zur Präsidentschaftswahl werden die Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatssitze neu vergeben.
Wer darf (wie oft) US-Präsident werden?
US-Präsident kann nur eine Person werden, die
- gebürtige US-Bürgerin oder gebürtiger US-Bürger ist,
- bei Amtsantritt mindestens 35 Jahre alt ist,
- seit 14 Jahren ohne Unterbrechung in den USA lebt.
Dabei darf jeder Präsident ausschließlich einmal wiedergewählt werden. Für Donald Trump wäre es, wenn er die Wahl gewinnt, folglich die letzte Amtsperiode.
Dieser Artikel erschien bereits am 06.03.2024. Der Artikel wurde am 05.11.2024 erneut geprüft und aktualisiert.