Linksterrorismus: Haus von mutmaßlicher RAF-Terroristin in Berlin-Kreuzberg geräumt
Berlin. Das Mietshaus in Berlin-Kreuzberg, in dem die frühere mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette wohnte, ist am Mittwoch wegen einer möglichen Gefahr geräumt worden. Alle Bewohner mussten ihre Wohnungen am Nachmittag verlassen und standen anschließend auf der Straße, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Eine offizielle Begründung gab es zunächst nicht, ein Spurenermittler der Polizei sagte aber: „Weil wir etwas gefunden haben, das gefährlich ist.“
Auch die Kriminaltechniker der Polizei mussten demnach raus aus dem Haus in der Sebastianstraße. Ob Sprengstoffspezialisten oder Bombenentschärfer angefordert wurden, war zunächst nicht bekannt.
Die am Dienstag in Berlin festgenommene 65-Jährige Klette sitzt inzwischen in Untersuchungshaft in Niedersachsen. Staub (69) und Garweg (55) werden dagegen weiterhin mit Hochdruck gesucht. Beim zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Verden machte Klette zu den Vorwürfen keine Angaben, wie eine Sprecherin des niedersächsischen Justizministeriums sagte.
Die Staatsanwaltschaft Verden wirft den drei ehemaligen Mitgliedern der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) versuchten Mord und eine Serie schwerer Raubüberfälle in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zwischen 1999 und 2016 vor. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten die Taten begangen haben, um an Geld für ihr Leben im Untergrund zu kommen.
Wie dicht die Fahnder inzwischen Staub und Garweg auf den Fersen sind, ist unklar. Aus „ermittlungs- und einsatztaktischen Gründen“ gab das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen am Mittwoch zunächst keine weiteren Details bekannt.