Tech-Millionärin: Wie eine arbeitslose Mutter zur Tech-Gründerin wurde
Dresden. Viola Klein sagt, dass sie zwei Leben hat. In ihrem ersten Leben gab es Grenzen. Sichtbare wie die Mauer. Und spürbare wie zum Beispiel die Wort- oder Berufswahl. Sie studierte auf Wunsch des DDR-Systems Pädagogik und leitete später einen Kindergarten.
Als sie gerade Tomatensoße kochte, begann ihr zweites Leben. Im Fernsehen fiel die Mauer und Viola Klein weinte. Den Staat, den Viola Klein kannte, gab es nicht mehr. Das war ihre Chance.
34 Jahre später sitzt sie als Millionärin im Taschenbergpalais Kempinski, einem der Luxushotels in Dresden. Immer wieder schüttelt sie die Hände von Geschäftsleuten, die sie im Vorbeigehen grüßen. Ohne fragen zu müssen, bringt der Kellner ihrem Hund einen Trinknapf. Viola Klein war jahrelang Stammgast im Kempinski.
Hier und heute, 34 Jahre nach dem Mauerfall, sagt Viola Klein Sätze wie: „Wettbewerb ist die Grundlage für Erfolg“ oder: „Wenn Leistung nicht mehr positiv bewertet wird, haben wir ein Problem in der Gesellschaft“ oder „Leistung ist für mich die Voraussetzung für alles“.