Leistung im Job: „Erfolg ist ein Accessoire einer überholten Generation“
Berlin. Man könnte meinen, der Erfolg habe seine beste Zeit hinter sich. Er ist verdächtig geworden, eine dubiose Angelegenheit, mit der irgendetwas nicht stimmt und die man deswegen weit von sich weist, zumindest vordergründig. Will ja keiner, so etwas, angeblich.
Ein Vermögen auf der Bank, eine Villa mit riesigem Garten in Zehlendorf, eine Jacht im Hafen von Saint-Tropez. Fürchterliche Vorstellung. Der kurze Blick aufs Handy: Die Aktien entwickeln sich prächtig, die Firma läuft bestens, eine stattliche Dividende ist zu erwarten; zurücklehnen, die Sonnenbrille auf, einen Schluck Dom Pérignon. Was für ein grauenhaftes Leben. Es hebe die Hand, wer ernsthaft danach strebt.
Man hüte sich vor dem Erfolg. Erfolg ist ein überholtes Accessoire einer überholten Generation alter weißer Männer. Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Wen will man damit noch beeindrucken? Die empfindsamen Schneeflocken von heute lächeln nur müde über all diejenigen, die ein solches Gehabe weiterhin nötig haben: das Geprotze, das Geprahle, das Gegockel. Lächerlich. Immer schon gewesen. Nur dass es sich inzwischen herumspricht, glücklicherweise.