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GeldanlageDiese gemanagten Fonds überzeugen

Fondsgebundene Rentenversicherungen haben im vergangenen Jahr von der Erholung der Aktienmärkte profitiert. Die gemanagten Lösungen der Versicherer konnten in einem Ranking überzeugen.Heinz-Peter Arndt 18.04.2024 - 16:09 Uhr
Gewinnträchtig: Der Index der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq legte 2023 um 54 Prozent zu.. Foto: dpa

Köln. Endlich wieder Zinsen. Im Jahr 2023 freuten sich Anleger über drei Prozent und mehr auf Tages- und Festgeldkonten. Nicht schlecht nach den Jahren, in denen es nichts oder gar Negativzinsen gab.

Das Problem: Auch drei Prozent für die sichere Anlage nutzten wenig, weil gleichzeitig die Inflationsrate im Jahresschnitt bei 5,9 Prozent lag. Zudem wäre 2023 mit mehr Risiko auch mehr Rendite zu holen gewesen, denn an den internationalen Aktienmärkten stiegen die Kurse kräftig an.

So legte der Deutsche Aktienindex (Dax) im vergangenen Jahr um 20 Prozent zu, die amerikanische Technologiebörse Nasdaq sogar um 54 Prozent.

Etliche Anleger verpassten allerdings diesen Aktienboom. „Das höhere Zinsniveau verführte viele Sparer, nominal attraktive Festgeldanlagen zu nutzen“, erklärt Hubert Langer, Senior Analyst beim Analysehaus Assekurata. „Sinnvolle Langfristkonzepte traten in den Hintergrund.“

Aktien, ETFs und Fonds kosten mitunter Nerven. So sackten die Börsenkurse in der akuten Coronakrise und im Jahr 2022 in den Keller, bevor sie 2023 die Wende schafften und 2024 neue Rekordstände erreichten. Doch Festgeld, Sparbuch und selbst langjährige Sparverträge können für den langfristigen Vermögensaufbau keine echte Alternative sein. Weil ihre Verzinsung nahezu kontinuierlich unter der Inflationsrate liegt, sparen sich Anleger langfristig ärmer.

Wer das nicht will, aber nicht in Eigenregie direkt auf Aktien, Fonds und ETFs setzen möchte, kann zu fondsgebundenen Rentenversicherungen greifen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kapital‧lebens- und Rentenversicherungen wird das ‧monatliche Sparkapital hier in aktiv gemanagte Investmentfonds und in börsennotierte ETF-Indexfonds investiert.

Meist sind das Aktien- und Mischfonds, aber auch Renten-, Rohstoff-und Immobilienfonds stehen zur Wahl. Versicherungsnehmer können die Fonds selbst auswählen und während der Laufzeit auch austauschen. Viele Kunden verzichten darauf und überlassen lieber den Versicherungsgesellschaften die Wahl der Einzelfonds.

In diesen sogenannten „gemanagten Varianten“ geben sie nur eine grobe Richtung vor: defensiv mit möglichst wenigen Schwankungen, ausgewogen mit moderatem Risiko oder chancenorientiert mit hohem Aktienfondsanteil. „Die gemanagten Policen lohnen sich für die Anleger“, sagt Experte Langer. „Sie haben auch in den schwierigen vergangenen Jahren besser abgeschnitten als der Durchschnitt aller Fonds am Markt.“

19 Anbieter im Vergleich

Zum fünften Mal hat Assekurata für das Handelsblatt die Anbieter von gemanagten Fondspolicen untersucht. 19 Assekuranzen sandten den ausführlichen Fragebogen zurück. Die Zahl der gemanagten Fondslösungen steigt stetig. Bei der ersten Auswertung im Jahr 2020 waren es erst 66, heute 105. Nicht mehr teilgenommen hat der Münchener Verein, neu dabei ist die Mylife Lebensversicherung. Die Bewertung erfolgte über ein, drei und fünf Jahre in vier Kategorien: Rendite, Risiko, Reaktionsvermögen und Risikoentlohnung. Als Vergleichsmaßstab für die Bewertung nutzte Assekurata alle frei verfügbaren Fonds mit der gleichen Risikoklasse (SRI).

Die Fonds im Test notieren als Langfristanlagen in den Risikoklassen 2 bis 6 auf einer Skala von 1 (sehr defensiv) bis 7 (sehr risikoreich). Besonders stark vertreten sind die Klassen 3 und 4. „In diesem Jahr haben neben den Produkten der Klasse 3 die Fonds mit den höheren Risikoklassen 5 und 6 im Durchschnitt die besten Noten geholt“, erklärt Langer. Der Grund: Sie wurden weniger stark vom Einbruch an den Anleihenmärkten getroffen. Ohnehin versprechen offensivere Varianten bei den langen Ansparvorgängen in der fondsgebundenen Rentenversicherung auch langfristig im Vergleich zu schwankungsärmeren Produkten höhere Ablaufrenditen.

Nach dem schwächeren Vorjahresergebnis, das von den fallenden Anlagemärkten 2022 geprägt war, haben sich die Resultate wieder verbessert. Vor allem die Spreizung der Ergebnisse reduzierte sich deutlich“, sagt Hubert Langer. Es gibt zwar keine mit „Sehr gut“ bewerteten Fondsvarianten, für die eine Punktzahl von 80 notwendig wäre. Aber die Zahl der guten und befriedigenden Produkte ist deutlich gestiegen und die Ausreißer nach unten sind selten.

So mussten sich nur drei gemanagte Rentenversicherungen mit einem „Ausreichend“ begnügen, im Vorjahr waren es noch neun. Die Gesamtnote bei den gemanagten Varianten stieg um vier Punkte auf 60 Punkte. Das bedeutet: Die getesteten Fonds sind im Durchschnitt besser als 60 Prozent der Fonds mit gleicher Risikoklasse am Markt.

Im Gegensatz zu Einzelfonds sind bei der Gesamtnote des Unternehmens 60 Punkte die Benchmark für ein „Sehr gut“. Das schafften in diesem Jahr zehn von 19 Unternehmen. Sieben erhielten die Note „Gut“. Ein „Befriedigend“ gab es zweimal, wobei die Geprüften nur minimal an der Hürde zum „Gut“ scheiterten.

Den ersten Platz in der Wertung belegte mit einem einzigen Produkt und 78 Punkten die Deutsche Ärzteversicherung. Ihr „Global ETF Portfolio“ ist exemplarisch. Es besteht die Tendenz bei der fondsgebundenen Rentenversicherung, preisgünstige passive ETF-Indexfonds zu nutzen, die Aktien- oder Rentenindizes abbilden. „Bei 59 gemanagten Varianten handelt es sich um ETF-Strategien“, erklärt Langer. „Damit hat sich der Anteil an den Fonds von 49 auf 56 Prozent erhöht.“

ETFs werden zunehmend genutzt

Die Deutsche Ärzteversicherung ist bereits seit Jahren in der Spitzengruppe vertreten und belegte 2023 den zweiten Platz. Ein Grund für die erneute Verbesserung ist die hohe Aktienquote und eine gezielte Auswahl von neun ETFs. „Der globale ETF-Dachfonds investiert aktuell rund 85 Prozent des Vermögens in Aktienindizes“, erklärt Christian Hein, der als Fondsmanager bei der APO Asset Management den „Global ETF Portfolio“ für die Police verwaltet.

Die Strategie des Fonds ist langfristig angelegt, aber kurzfristigere taktische Anpassungen sind möglich. So hält Hein einen ETF auf kurz laufende amerikanische Anleihen. „Dieses Produkt hat im schwachen Börsensommer 2023 die Performance mit Zins- und Währungsgewinnen stabilisiert.“ Auf die Verbreiterung der Rallye bei Technologieaktien setzt Hein mit einem entsprechenden ETF. Zum überdurchschnittlichen Erfolg des „Global ETF Portfolio“ trugen auch die geringen Gesamtkosten von knapp 0,5 Prozent bei.

Die zweitplatzierte Hanse Merkur hatte vier Portfolios mit unterschiedlich hohen Aktienanteilen im Rennen. „Alle Varianten berücksichtigen ETFs und preisgünstige aktiv gemanagte Fonds“, erklärt Dieter Ameln, Gruppenleiter Produktentwicklung Leben. Bei der offensiven Variante wird eine ähnliche Performance wie beim MSCI World angestrebt – allerdings mit geringerem Risiko. „Diese chancenorientierte Variante wählen rund zwei Drittel unserer Kunden“, sagt Ameln.

Das lohnte sich für sie. Der „HM Strategie chancenreich“ hat 2023 eine Rendite von knapp zehn Prozent erzielt, trotz des Durchhängers im Jahr 2022 lag auch die durchschnittliche Performance über fünf Jahre auf diesem Niveau. Damit ergatterte die Hanse Merkur neben dem zweiten Rang in der Gesamtwertung auch Platz eins bei den Einzelprodukten.

Die Methodik
Der Wettbewerb
Die Kriterien

Immer mehr Fonds sind als nachhaltig gekennzeichnet. Mit 53 Produkten gehören inzwischen rund die Hälfte aller gemanagten fondsgebundenen Rentenversicherungen zu dieser Gruppe. Extrem streng, also dunkelgrün nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung, ist aber keine von ihnen. Das liegt auch daran, dass diese Artikel-9-Fonds sehr fokussiert auf wenige Branchen und entsprechend volatil sind.

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Der durch die Regulierung ausgelöste Nachhaltigkeitshype hat sich laut Langer nun auf hohem Niveau stabilisiert. „Als Trend setzt sich durch, dass die Versicherungsgesellschaften zweigleisig fahren: Neben der klassischen Variante wird eine zweite nachhaltige aufgelegt.“ Nach diesem Motto handelte auch die drittplatzierte Barmenia. Sie hatte jeweils zwei dynamische und zwei ausgewogene Fonds aufgelegt, die konventionellen lagen knapp vor den nachhaltigen. Allesamt jedoch schnitten sie so gut ab, dass es für die Bronzemedaille reichte.

Die Top Three profitierten von der Erholung an den Finanzmärkten. Dem Sieger der beiden Vorjahre, der BL Bayerische Lebensversicherung, half das weniger. Deren beide Fonds, „Pangaea Life Blue Living“ und „Pangaea Life Blue Energy“, investieren als Sachwertefonds in Immobilien und Projekte aus dem Sektor der nachhaltigen Energien. Der „Pangaea Life Blue Energy“ legt die Kundengelder in Windparks, Solaranlagen, Wasserkraftwerke und Batteriespeicher in Europa an. Er konnte sich mit 77 Punkten auf Rang vier bei den Einzelprodukten gut behaupten. Der „Pangaea Life Blue Living“ litt jedoch unter der schwierigen Situation am Immobilienmarkt. Immerhin: Für die BL Bayerische Lebensversicherung reichte es mit 63 Punkten im Schnitt für die Note „Sehr gut“.

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