Liz Truss: Vorbild Trump – Wie die britische Ex-Regierungschefin ihr Comeback plant
London. Vergangene Woche gab es im britischen Parlament in Westminster ein seltenes Schauspiel parteiübergreifender Einigkeit: Sowohl der konservative Premierminister Rishi Sunak als auch Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour-Partei wetteiferten darum, wer sich von der früheren Regierungschefin Liz Truss am besten distanzieren kann.
Der Vorteil lag natürlich bei Starmer, schließlich gehört Truss zu Sunaks Partei. Aber auch der amtierende Premier schlug sich nicht schlecht. Und dafür hat er gute Gründe.
Denn die 48-jährige Tory-Politikerin hat ihre Memoiren veröffentlicht. In denen macht sie den „Deep State“ und das „politische Establishment“ in Großbritannien sowie die „globale Linke“ für ihren Sturz im Herbst 2022 verantwortlich. Ihre 49-tägige Amtszeit war die kürzeste in der britischen Geschichte, stürzte das Land in eine tiefe Vertrauenskrise an den Märkten und überdauerte nicht einmal den berühmten Salatkopf, der den britischen Medien als Zeitmesser der Truss-Ära diente.
Zugleich versucht die ehemalige Regierungschefin mit ihrem Buch „Ten Years to Save the West“ eine rechtskonservative Agenda zu formulieren, die sich stark an das Gedankengut des ehemaligen und möglicherweise auch künftigen US-Präsidenten Donald Trump anlehnt. Da sowohl in den USA als auch in Großbritannien in diesem Jahr gewählt wird, könnte eine gemeinsame Front angelsächsischer Rechtskonservativer die Politik des Westens stark verändern.