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SchwundApothekendienstleister: Mehr als eine Apotheke am Tag verschwindet

Viele Apotheken in Deutschland sind in finanziell schwieriger Lage. Ohne höhere Honorare wird der Apothekenschwund laut einem führenden Dienstleister der Branche nicht zu stoppen sein. 06.06.2024 - 12:01 Uhr
Dass Apotheken aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen, betifft insbesondere Apotheken in der Stadt. Foto: dpa

München. Ein großer Apothekendienstleister hat anlässlich eines Aktionstages erneut auf die schwindende Zahl der Apotheken in Deutschland aufmerksam gemacht. „Pro Tag verschwindet mehr als eine Apotheke vom Markt, die genaue Zahl ist 1,36“, sagte Mark Böhm, Vorstandsmitglied des apothekeneigenen Münchner Unternehmens Noventi.

„2023 gab es nur noch 17 571 Apotheken in Deutschland. Seit Jahresbeginn haben weitere 142 Filialen die Türen geschlossen.“ Das Münchner Unternehmen übernimmt unter anderem die Abrechnung von Rezepten. Kunden sind nach Firmenangaben 8000 Apotheken, Eigentümer ist der Verein FSA, ein Zusammenschluss von Apotheken. 

Der Manager beklagte, dass die Apothekendichte in Deutschland mittlerweile deutlich schlechter sei als im europäischen Vergleich. Dass Apotheken aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen, betreffe insbesondere Apotheken in der Stadt, da die Bindung der Kunden an die Apotheke vor Ort in ländlichen Regionen stärker sei. 

Manager fordert mehr Entlohnung für Apotheker

Die Branche macht am „Tag der Apotheke“ (7. Juni) seit 1998 auf ihre Anliegen aufmerksam. Böhm forderte eine Honorarerhöhung. „Die Digitalisierung kostet bei den Vor-Ort-Apotheken extrem viel Geld. Sie müssen sich neu aufstellen, um neue Services anbieten zu können“, sagte er. Derzeit könne ein Apotheker 8,35 Euro pro verschreibungspflichtigem Arzneimittel abrechnen. „Notwendig wären zwölf Euro.“

Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), künftig auch Apotheken ohne Apotheker zuzulassen, lehnt das Unternehmen als „völlig inakzeptabel“ ab. „Es würde auch eine Wettbewerbsverzerrung zulasten großer Apotheken geben, die dann alle Leistungen vorhalten müssten.“

Das von Lauterbach umgesetzte elektronische Rezept dagegen funktioniert aus Sicht von Noventi. „Die E-Rezept-Quote lag bei Noventi im April 2024 bei 72,8 Prozent, im Mai bei rund 70 Prozent“, sagte Böhm. „Wir haben seit Jahresbeginn bis einschließlich Mai, über 66 Millionen E-Rezepte abgerechnet.“

dpa
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