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TeslaUS-Fahrzeughersteller senkt Preise für Model Y um 6000 Euro

Der US-Konzern verzichtet auf Gewinn, um den Verkauf seiner E-Autos anzukurbeln. Der neue Abschlag ist die größte Preissenkung im laufenden Jahr.Sönke Iwersen, Lars-Marten Nagel, Michael Verfürden und Roman Tyborski 11.06.2024 - 15:26 Uhr
Am Militärflughafen Neuhardenberg lagern Tausende abgestellte Teslas. Foto: Lars-Marten Nagel

Berlin, Düsseldorf. Der US-Fahrzeughersteller Tesla reagiert mit einer erneuten Preissenkung auf den schleppenden Absatz seiner Fahrzeuge Model Y. „Ab sofort mit 6000 Euro Tesla Umweltprämie erhältlich“, steht seit Samstagmorgen auf der deutschen Internetseite des Konzerns.

Die 6000 Euro bedeuten einen Abschlag von rund 13 Prozent. Das Angebot gilt für vorkonfigurierte Fahrzeuge aus dem sofort verfügbaren Bestand und ist bis zum 30. Juni erhältlich.

Die Entscheidung, den bisherigen Verkaufsschlager deutlich billiger anzubieten, folgt auf eine Mitteilung an die Belegschaft, dass sie im Juni an fünf Tagen bitte gar keine Autos mehr produzieren soll. Am 7., 14., 17., 27. und 28. Juni würde die einzige Fabrik in Grünheide „kurze Boxenstopps“ einlegen, um „Prozesse zu optimieren“.

Mit derselben Begründung stoppte das Unternehmen seine Produktion in seiner einzigen europäischen Fabrik bereits im Mai für vier Tage.

Tesla weiß aktuell kaum noch, wohin mit seinen unverkauften Fahrzeugen. Besonders anschaulich zeigt sich das an diesem Wochenende auf einem alten Militärgelände 70 Kilometer östlich von Berlin. Der Militärflughafen Neuhardenberg feiert sein 90-jähriges Jubiläum. Auf dem Weg zur Einhorn-Hüpfburg und den Wurstständen fuhren Besucher vorbei an Tausenden abgestellter Teslas.

Neuhardenberg wurde 1934 als geheimer Militärflugplatz errichtet und diente während des Zweiten Weltkriegs der deutschen Luftwaffe. Nach dem Krieg wurde er Teil der Nationalen Volksarmee der DDR und beherbergte unter anderem das Jagdfliegergeschwader 8 sowie das Transportfliegergeschwader 44, das zur Regierungsfliegerstaffel der DDR gehörte. Heute sind die Hangars grasbewachsen, zum Jubiläum rollten die Veranstalter aber noch einmal eine alte MiG-21 heraus, den legendären Abfangjäger der Sowjetunion.

Während der Feier zum 90-jährigen Jubiläum des Flughafens konnte man Teslas probefahren. Foto: Lars-Marten Nagel

Gäste zeigten sich halb überrascht, halb belustigt. „Da nimmt der Flughafen wohl Parkgebühren“, scherzte ein Besucher mit Blick auf die Tesla, die in Hunderten von Reihen immer zu sechst nacheinander abgestellt in der glühenden Sonne standen. Auch während des Flughafenfestes fuhren Transportwagen vor und stellten neue Fahrzeuge ab. An einem kleinen Stand boten zwei Vertriebsmitarbeiter des Konzerns Probefahrten an.

Die Szenerie steht im extremen Widerspruch zu den Plänen von Elon Musk. Früheren Angaben zufolge wollte Tesla die Produktion in Grünheide auf eine Million Autos pro Jahr verdoppeln. Doch für den US-Konzern ging die Zahl der Auslieferungen im ersten Quartal 2024 erstmals seit vier Jahren zurück.

In Deutschland wurden im Mai knapp 30.000 Elektroautos neu zugelassen, gut 30 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Tesla lag das Minus bei 64 Prozent.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Auch andere Hersteller leiden an einer schwächelnden Nachfrage für E-Fahrzeuge. Zugleich drängen chinesische Hersteller mit günstigen Modellen in den Markt und gewinnen Anteile. Für Tesla mögen auch die zunehmenden Berichte über Probleme mit den Fahrzeugen eine Rolle spielen. Der Konzern sieht sich Klagen von Kunden gegenüber, die über ungewollte Beschleunigungen oder plötzliches Abbremsen berichten.

Zahlreiche Preissenkungen konnten den Abwärtstrend von Tesla nicht stoppen. In den USA hat Musk schon 2023 fast jedes Modell günstiger angeboten, bei den Luxusausführungen lag das Minus bis zu 20.000 Dollar. Auch 2024 gab es bereits Abschläge. Tesla will nun auch die Belegschaft abbauen – weltweit um zehn Prozent. Die Aktie des Konzerns ist seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent gefallen.

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Erstpublikation: 08.06.2024, 13:51 Uhr.

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