Kommentar: Der Labour-Wahlsieg eröffnet die Chance, den Brexit zu korrigieren
Es klingt grotesk, dass die gute Nachricht für Europa ziemlich genau acht Jahre nach dem Brexit-Referendum ausgerechnet von der abtrünnigen Insel kommt. Der Wahlsieg von Labour in Großbritannien ist jedoch ein Signal der Hoffnung, dass die politische Mitte der Vernunft noch nicht vor dem nationalistischen Populismus kapituliert hat.
Wer die wahre Bedeutung des Wahlausgangs im Königreich ermessen will, muss ihn im Kontext eines drohenden Rechtsrucks in Frankreich, Amerika und vielleicht auch in Deutschland sehen.
Dass sich eine große Mehrheit der Briten in dieser Zeit des Unmuts für eine Mitte-links-Regierung entscheidet, bietet den moderaten Kräften eine einmalige Chance zu zeigen, dass sich mit Vernunft, Pragmatismus und Toleranz die aktuellen Herausforderungen besser bewältigen lassen als mit radikalen Scheinlösungen der Populisten.
Eine Garantie, dass Labour diese Chance nutzen wird, ist das jedoch nicht. Dafür sind die Probleme zu groß und der Rückhalt zu gering, den die neue Regierung in London in der eigenen Bevölkerung trotz ihrer absoluten Mehrheit im Parlament besitzt.