1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Industrie
  4. Siemens Healthineers: China-Geschäft kommt nicht in Gang – Aktie bricht ein

MedizintechnikChina-Geschäft von Siemens Healthineers kommt nicht in Gang

In der Volksrepublik halten sich Krankenhäuser mit Bestellungen zurück. Der Dax-Konzern verfehlt daher die Erwartungen. Healthineers-Chef Montag vertröstet Anleger auf das nächste Geschäftsjahr.Maike Telgheder 31.07.2024 - 11:26 Uhr aktualisiert
Fertigung von MRT-Geräten in Erlangen: Die größte Sparte von Healthineers konnte den Umsatz auf vergleichbarer Basis auf knapp drei Milliarden Euro steigern. Foto: Daniel Karmann/dpa

Frankfurt. Der Medizintechnikhersteller Siemens Healthineers kämpft weiter mit Problemen in seinem Chinageschäft. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs blieb der Konzern deshalb bei Umsatz und Betriebsgewinn unter den Erwartungen der Analysten, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

An der Börse verloren die Aktien von Healthineers nach Veröffentlichung der Zahlen am Mittwoch zeitweise bis zu sieben Prozent und waren damit schwächster Wert im Leitindex Dax.

Konzernchef Bernd Montag vertröstete die Anleger auf das nächste Geschäftsjahr. Dann rechnet er mit mehr Aufträgen für CT- und MRT-Geräte in chinesischen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen.

Insgesamt steigerte das Unternehmen den Umsatz auf vergleichbarer Basis von April bis Juni um 4,3 Prozent auf 5,24 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich um neun Prozent auf 825 Millionen Euro.

Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 5,5 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn in Höhe von 856 Millionen Euro gerechnet.

Für das Gesamtjahr hält der Medizintechnikhersteller, an dem Siemens noch rund 75 Prozent der Anteile hält, an seiner Prognose fest. Das Management erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum um 4,5 bis 6,5 Prozent und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,10 bis 2,30 Euro.

Allerdings geht man nun beim Umsatzwachstum eher vom unteren Ende der Spanne aus.

Siemens Healthineers: Umsatz in China sinkt

In China halten sich Krankenhäuser insbesondere mit Bestellungen von teuren Medizintechnikgeräten zurück. Die Regierung in Peking nimmt seit Längerem im Rahmen ihrer Antikorruptionskampagne unter anderem auch das Einkaufsverhalten der Manager in der Gesundheitsbranche unter die Lupe.

Im dritten Quartal gingen die Umsätze von Healthineers dort im niedrigen zweistelligen Bereich zurück. Hatte der Konzern im gesamten Geschäftsjahr 2023 mit 2,8 Milliarden Euro Umsatz noch 13 Prozent seines Umsatzes in China gemacht, sank dieser Anteil in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 11,6 Prozent.

Auch Konkurrent Philips hatte bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen Anfang der Woche auf die anhaltende Kaufzurückhaltung in China hingewiesen und sprach von Umsatzrückgängen von fast zehn Prozent in dem wichtigen Markt.

Das Healthineers-Management erwartet aber, dass sich die Lage normalisiert und es im kommenden Jahr sogar Nachholbedarf geben wird. Man beobachte Vorbereitungen für ein staatliches Programm, das die Investitionen in das Gesundheitssystem ankurbeln solle, sagte Vorstandschef Montag. Bereits im laufenden Quartal erwarte man dort eine Stabilisierung des Geschäfts mit Medizintechnikausrüstung.

Bernd Montag: Der Chef von Siemens Healthineers erwartet, dass sich die Lage in China wieder normalisiert. Foto: Siemens Healthineers

Für Analysten von Jefferies ist eine Erholung des Chinageschäfts ein entscheidender Faktor, wenn das Unternehmen seine Mittelfristziele für 2025 erreichen will.

Die gedämpften Wachstumsprognosen für die Imaging-Sparte wirken sich auch auf die Margen aus. Die operative Umsatzrendite im Geschäft etwa mit MRT- oder CT-Geräten werde im laufenden Geschäftsjahr eher am unteren Ende der Spanne von 21,0 bis 22,5 Prozent liegen, sagte Finanzchef Jochen Schmitz.

Siemens Healthineers

Neues MRT-Gerät für die Zahnmedizin

Das werde teilweise durch die bessere Entwicklung in der Diagnostik-Sparte wettgemacht, deren Marge am oberen Ende der Spanne von vier bis sechs Prozent liegen werde. Der Umbau dort laufe besser als gedacht.

Labordiagnostik und Varian legen deutlich zu

In der Labordiagnostik, lange Zeit ein Sorgenkind, greift ein Transformationsprogramm, mit dem das Unternehmen insgesamt rund 300 Millionen Euro einsparen will. Das Portfolio wurde reduziert und vereinfacht. Das Unternehmen hat die alten Laborsysteme vorzeitig außer Dienst gestellt und konzentriert sich nun ganz auf die neue Laborstraße namens Atellica, was Kosten spart.

So konnte die Sparte im dritten Quartal den Umsatz um 2,1 Prozent und somit auf rund 1,1 Milliarden Euro steigern. Die bereinigte Marge lag mit 7,4 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Verwandte Themen
Medizin

Gute Zuwächse konnte der Krebsspezialist Varian verbuchen, den Siemens Healthineers 2021 für mehr als 16 Milliarden Dollar gekauft hatte. Das auf Strahlentherapie und Radiochirurgie spezialisierte Unternehmen steigerte den Umsatz um 9,6 Prozent auf 927 Millionen Euro. Während es in vielen Regionen starke Zuwächse gab, brachen auch hier die Erlöse in China um bis zu 30 Prozent ein.

Die größte Sparte von Healthineers, der Bereich Imaging, steigerte den Umsatz auf vergleichbarer Basis um rund 3,8 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Zu dieser Entwicklung hat laut Management besonders die molekulare Bildgebung beigetragen. Das Unternehmen profitierte dabei unter anderem von neuen radioaktiven Therapien gegen Krebs, bei denen nicht nur die Diagnose mithilfe moderner Bildgebung erfolgt, sondern auch der Behandlungsfortschritt darüber gemessen wird.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt