Burnout und Panikattacken: „Wenn jemand belastbar ist, dann ich“
Hanau. Vor Fatma Kaya liegt ihr Schlüsselanhänger. Ein Haus mit der Inschrift „canım kızım Fatma“ (Meine liebe Tochter). Erst mal nichts Besonderes. Für Kaya ist es aber ein Zeichen der Zugehörigkeit.
Als sie in Deutschland aufwuchs und andere Kinder auf Tassen, Stiften und Souvenirs ihre Namen fanden, war ihrer nie dabei. Dabei wollte sie nur eines: dazuzugehören. Ein Wunsch, der sie antrieb, im Gymnasium gute Noten zu schreiben, zu studieren, Praktikumsplätze und einen ersten Job in großen Konzernen zu finden. Bis sie an diesem Wunsch zerbrach.
Kaya war 27 Jahre alt, stand in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung, spürte, wie ihr Herz raste, schwitzte, bekam keine Luft mehr. „In dem Moment dachte ich, ich sterbe“, sagt sie rückblickend, „jetzt weiß ich, dass der Körper während einer Panikattacke weiteratmet.“ Ihr damaliger Freund schleppte sie zum Arzt – Diagnose Burn-out und Depressionen.
Heute spricht Kaya offen über ihre psychische Gesundheit. Etwa in einem „TEDx Talk“ an der Universität Mannheim, auf LinkedIn, wo ihr 3000 Menschen folgen, oder in Podcasts, wie dem der AOK Hessen. Selbst bei der „Miss Germany“-Wahl trat sie mit dem Thema mentale Gesundheit an und schaffte es in die Top 40.