Nusantara: Bauprobleme – Indonesiens Alternative zu Jakarta verzögert sich
Bangkok. In seiner ersten Nacht in Indonesiens künftiger Hauptstadt hat Präsident Joko Widodo schlecht geschlafen. „Vielleicht einfach, weil es das erste Mal war“, kommentierte der 63-Jährige vor wenigen Wochen bei einem Besuch in Nusantara. Die Versorgung seines neuen Präsidentenpalastes mit Wasser, Elektrizität und Internet laufe inzwischen problemlos, erklärte Widodo bei seinem Besuch. Immerhin.
Die von Widodo initiierte Planstadt soll die Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole Jakarta als Regierungssitz von Südostasiens größter Volkswirtschaft ablösen. Doch der etwa 30 Milliarden Dollar teure Städtebau in einer abgelegenen Region der Insel Borneo leidet unter massiven Schwierigkeiten, die wohl dazu beitragen, dem Staatschef den Schlaf zu rauben.
Dem Politiker, der Indonesien in den vergangenen zehn Jahren führte und im Oktober abtritt, läuft die Zeit für das ambitionierte Megaprojekt davon. Die Bauarbeiten laufen schlecht, die Suche nach privaten Investoren ist beschwerlich – und es ist unsicher, ob die künftige Regierung eine Verlagerung der Hauptstadt noch mittragen wird, auch aus finanzieller Sicht.