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PolestarMichael Lohscheller wird neuer CEO des E-Auto-Herstellers

Der Manager hat bei Opel das Sparprogramm durchgesetzt und zuletzt bei einem Start-up gearbeitet. Nun soll der 55-Jährige den schwedischen E-Auto-Hersteller Polestar profitabel machen.Lazar Backovic 29.08.2024 - 15:54 Uhr Artikel anhören
Michael Lohscheller: Der Manager übernimmt zum 1. Oktober den Chefposten bei Polestar. Foto: Polestar

Düsseldorf. Das Elektroauto-Start-up Polestar bekommt einen neuen Chef. Wie das Unternehmen aus Göteborg am frühen Mittwoch mitteilte, wird der Ex-Opel-Chef Michael Lohscheller zum 1. Oktober die operative Führung der schwedischen Elektroautomarke übernehmen. Am Mittwochvormittag lief am Polestar-Stammsitz in Göteborg ein internes Townhall-Meeting mit dem deutschen Manager, bei dem Lohscheller als neuer CEO vorgestellt wurde.

Lohscheller gilt als erfahrener Automotive-Manager. Begonnen hat der 55-Jährige seine Karriere bei Daimler, es folgten Stationen bei Mitsubishi und im Volkswagen-Konzern. Bekannt wurde er vor allem als Opel-Chef, wo er den Turnaround der in die Krise geratenen Marke zwischen 2017 und 2021 managte, ein umfassendes Sparprogramm auflegte und Opel in den PSA-Konzern, später Stellantis, integrierte.

Nach seiner Zeit bei Opel hat Lohscheller auch die Arbeit in Automotive-Start-ups wie dem Hybrid-Lkw-Bauer Nikola oder Vinfast aus Vietnam kennengelernt, wo er jeweils führende Positionen innehatte. Diese Mischung aus traditioneller Industrieerfahrung und Skalierung dürfte für Polestar interessant sein.

Polestar will die „nächste Phase des Wachstums“ einleiten

Offiziell heißt es in der Mitteilung, Polestar wolle unter Lohscheller „seine globale Präsenz und seine Position als führendes Unternehmen im Markt der Premium-Elektrofahrzeuge ehrgeizig ausbauen“.

In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter schrieb Aufsichtsratschef Winfried Vahland außerdem, Lohscheller sei der Richtige, um Polestar „in die nächste Phase des Wachstums“ zu führen und „die Unabhängigkeit des Unternehmens sicherzustellen“. Mit seiner Erfahrung habe er das „richtige Verständnis für die Relevanz einer Marke“, schrieb der ehemalige Skoda-Chef Vahland.

Nur 55.000 Autos in einem Jahr: Polestar in der Absatzkrise

Ähnlich wie andere E-Auto-Start-ups stehen die Schweden vor großen Herausforderungen: Polestar, als Performance-Abteilung von Volvo gestartet und zum eigenen Unternehmen herangewachsen, hat über Jahre mit dem Polestar 2 de facto nur ein Modell verkauft.

Mittlerweile ist das Portfolio der Schweden auf drei Modelle angewachsen. Allerdings musste Noch-Chef Thomas Ingenlath seine Absatzziele zuletzt mehrfach nach unten korrigieren. 2023 lieferte Polestar gerade einmal 55.000 Autos aus, nur minimal mehr als noch 2022. Zuletzt pausierte schließlich noch der Autovermieter Hertz einen größeren Deal mit den Schweden.

Auch finanziell geriet das Jungunternehmen zuletzt unter Druck. Ende Februar warf ein Bankenkonsortium Ingenlaths Managementteam eine finanzielle Rettungsleine in Höhe von knapp einer Milliarde US-Dollar zu. Zuvor hatte Polestar-Hauptsponsor Volvo seinen Anteil an dem Start-up reduziert, stattdessen war der Volvo-Mutterkonzern Geely eingesprungen.

Kommendes Jahr will Polestar endlich positive Cashflows generieren.  Analysten bleiben skeptisch und datieren den Break-even auf etwa ein Jahr später. Polestar legt am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vor. Präsentieren wird sie Finanzvorstand Per Ansgar, ein ehemaliger Geely-Mann, nicht Ingenlath.

Elektromobilität

Polestar will wegen Spannungen zwischen EU und China Autos in USA bauen

Lohschellers Berufung ordnet sich ein in eine ganze Reihe von größeren Personalumbauten bei Polestar in diesem Jahr. Anfang 2024 übernahm Ex-Skoda-Chef Vahland den Aufsichtsratsvorsitz des Jungunternehmens von dem langjährigen Volvo-Chef Hakan Samuelsson. Auch der Finanz- und der Vertriebsvorstand wurden ausgetauscht, genau wie die Regionalchefs für Amerika und Großbritannien. Vergangene Woche verkündete das Start-up schließlich noch, dass Audi-Designer Philipp Römers zu den Schweden wechselt.

Bei all den Neubesetzungen kann Lohscheller auf ein bekanntes Gesicht an wichtiger Stelle zählen: Karl-Thomas Neumann, Lohschellers Vorgänger bei Opel, ist ebenfalls im Aufsichtsrat von Polestar.

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Erstpublikation: 28.08.2024, 11:52 Uhr

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