1. Startseite
  2. Technologie
  3. IT + Telekommunikation
  4. Softwarehersteller: SAP droht neuer Ärger in den USA – Bericht über Ermittlungen

SoftwareherstellerSAP droht neuer Ärger in den USA – Bericht über Ermittlungen

Hat sich der Softwarehersteller in den USA an Preisabsprachen beteiligt? Offenbar gibt es eine Untersuchung des US-Justizministeriums. Die Aktionäre reagieren verunsichert.Christof Kerkmann 25.09.2024 - 12:40 Uhr aktualisiert Artikel anhören
SAP-Konzernzentrale in Walldorf: Ermittelt das US-Justizministerium gegen den deutschen Softwarekonzern? Foto: Uwe Anspach/dpa

Berlin. SAP droht in den USA einmal mehr Ärger mit den Behörden: Einem Medienbericht zufolge ermittelt das US-amerikanische Justizministerium wegen des Verdachts von Preisabsprachen gegen mehrere Unternehmen, darunter der deutsche Softwarehersteller.

Bei der Untersuchung gehe es darum, ob SAP mit dem IT-Dienstleister Carahsoft und anderen illegal zusammengearbeitet habe, um die Preise für Verkäufe an das Militär und andere Teile der Regierung festzulegen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Dax-Konzern bestätigte am Mittwoch, dass es eine zivilrechtliche Untersuchung durch das US-Justizministerium gebe. SAP habe von Anfang an mit der Behörde kooperiert. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Informationen darüber, was zu den jüngsten Ereignissen im Zusammenhang mit Carahsoft geführt hat.“

An der Börse kam die über die Ermittlung schlecht an. Die SAP-Aktie notierte Mittwochmittag rund drei Prozent im Minus bei 200 Euro. Noch tags zuvor hatte das Papier des wertvollsten Dax-Konzerns mit rund 207 Euro einen neuen Rekordstand erreicht.

Erst am Jahresanfang hatte SAP ein jahrelanges Korruptionsverfahren in den USA beigelegt: Der Softwarehersteller zahlte wegen Verstößen gegen den Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), der Bestechung im Ausland verbietet, mehr als 220 Millionen Dollar an Strafe und Gewinnabschöpfung.

Die Untersuchung läuft schon seit zwei Jahren

Die aktuelle zivilrechtliche Untersuchung läuft seit mindestens 2022. Dabei geht es laut Bloomberg um die Frage, ob die Unternehmen die Vermarktung von SAP-Produkten im öffentlichen Sektor „über ein Jahrzehnt hinweg“ manipuliert haben. Die Ermittler prüften auch die Rolle anderer Firmen wie Accenture, hieß es in dem Bericht.

Die Details sind jedoch offen: Die Nachrichtenagentur wertete Gerichtsakten aus, die umfangreich geschwärzt waren. Die Folgen lassen sich damit nur schwer bewerten, zumal derartige Untersuchungen in den USA nicht selten ohne die Feststellung von Fehlverhalten enden.

Carahsoft ist als sogenannter Reseller tätig und verkauft Software von zahlreichen Anbietern an Geschäftskunden im öffentlichen Sektor weiter. Das Unternehmen verbuchte nach eigenen Angaben von 2019 bis 2022 knapp 13 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 84 Prozent in diesem Zeitraum.

Verwandte Themen
USA
SAP
Software
Deutschland

Die Vermarktung von SAP-Technologie ist ein wichtiger Teil des Geschäfts. Laut den Gerichtsakten habe Carahsoft mit Bundesbehörden der USA mehr als 600 Verträge im Wert von mehr als 990 Millionen Dollar geschlossen, berichtete Bloomberg.

Bei SAP lag die Verantwortung für Compliance – also die gute Unternehmensführung – bis Ende August bei Marketingvorständin Julia White, die den Dax-Konzern jedoch verlassen musste. Nach Beendigung ihres Vertrags übernahm Vorstandschef Christian Klein diese Aufgabe.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt