Hohe Krankenstände: Wie Manager für weniger Krankmeldungen sorgen können
Berlin, Düsseldorf. Im September machten die Kieler Verkehrsbetriebe (KVG) bundesweit Schlagzeilen. Um die Fehlzeiten zu reduzieren, hat die KVG für ihre Beschäftigten eine Anwesenheitsprämie eingeführt: Wer am Ende eines Quartals keinen einzigen Tag krank gefehlt hat, bekommt 250 Euro brutto zusätzlich. Der Personalmangel sei so groß, dass man „einen Weg gesucht“ habe, „die Anwesenheit zu belohnen“, sagt eine Sprecherin.
Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Denn einerseits: Was sagt es über unsere Arbeitswelt, wenn Beschäftigte dafür belohnt werden müssen, ihre vertragliche Pflicht zu erfüllen? Nämlich zur Arbeit zu erscheinen, wenn sie gesundheitlich dazu in der Lage sind? Und andererseits: Schleppen sich Busfahrerinnen und Busfahrer nun womöglich krank und fahruntüchtig zur Arbeit, nur um von der Prämie zu profitieren?
Dabei war Kiel kein Präzedenzfall. Eine Prämie, wie die KVG sie auszahlt, ist längst eine von vielen Möglichkeiten, die Arbeitgeber nutzen, um die Krankenquote zu senken. Die Wirksamkeit solcher Prämien ist allerdings umstritten. Als nachhaltiger gelten andere Maßnahmen. Welche sind das? Und wie weit dürfen Führungskräfte gehen, wenn sie die Fehlzeiten ihrer Belegschaft eindämmen wollen?