Stahlindustrie: „Wir stehen kurz vor dem Abgrund“
Georgsmarienhütte. Seit 2021 ist die heute 36-jährige Anne-Marie Großmann das Gesicht der von ihrem Vater Jürgen Großmann erworbenen und geretteten Firmengruppe Georgsmarienhütte.
Bereits kurz nach der Übernahme installierte der Unternehmer in Georgsmarienhütte den ersten Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen in Deutschland. Dieser Ofen bildete den Grundstein für das Bemühen seiner Tochter, hierzulande grünen Stahl zu produzieren. 2039 soll das Unternehmen CO2-neutral sein.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte sie, die Industriepolitik dürfe nicht zum Spielball der Parteien im Wahlkampf werden: „Wir brauchen hier die Unterstützung der Politik jetzt sofort“. Großmann, Chief Development Officer und Miteigentümerin von Georgsmarienhütte, sagt: „Wir brauchen heute schon eine Sicherheit für die Netzentgelte. Unsere Forderung ist: ab 1. Januar Netzentgelte runter.“
Das Unternehmen versuche, die Stahlkrise mit Kurzarbeit abzufedern. „Aber es drohen deutlich mehr Entlassungen. Ich sage das jetzt mal ganz klar. Wenn die Energie so teuer und die Industrie immer schwächer wird, dann können wir es einfach in Deutschland nicht mehr machen.“