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SoftwareherstellerKartellbehörde in den USA geht gegen Microsoft vor

Der Druck wächst: In den USA hat die Wettbewerbsbehörde FTC offenbar eine breit angelegte Untersuchung gegen Microsoft begonnen. Trumps Amtsantritt könnte dem Tech-Konzern gelegen kommen.Christof Kerkmann 27.11.2024 - 23:17 Uhr Artikel anhören
Lina Khan: Die FTC-Chefin ist in den vergangenen Jahren scharf gegen die Macht von Big Tech vorgegangen. Foto: AP

New York. Microsoft steht vor einem weiteren Kartellverfahren – dieses Mal im Heimatmarkt USA: Die Wettbewerbsaufsicht FTC hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge eine „breit angelegte“ Untersuchung eingeleitet. Diese adressiere Aspekte wie die Softwarelizenzierung, IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag.

Nach mehr als einem Jahr informeller Gespräche mit Wettbewerbern und Partnern habe die FTC Microsoft aufgefordert, detaillierte Informationen zu übermitteln, hieß es in dem Bericht. Das Dokument sei „mehrere Hundert Seiten“ lang. Zudem sei geplant, dass Anwälte der Behörde in der kommenden Woche mit Konkurrenten des Konzerns sprechen.

Microsoft lehnte einen Kommentar dazu ab. Die FTC reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Einfluss Trumps auf das Verfahren noch unklar

Damit steht Microsoft nach langer Zeit wieder vor juristischen Problemen in den USA. Um die Jahrtausendwende klagte die damalige Regierung wegen der Bündelung des Betriebssystems Windows mit dem Browser Internet Explorer gegen den Softwarehersteller – zwischenzeitlich stand gar eine Zerschlagung zur Diskussion.

Allerdings ist offen, wie es mit den Verfahren im kommenden Jahr weitergeht, wenn Donald Trump Ende Januar das Weiße Haus übernimmt: Er hat die Möglichkeit, die Behördenspitze neu zu besetzen. In Washington herrscht die Erwartung, dass er einen Republikaner nominiert, der Unternehmen mehr Freiräume lässt.

Somit könnte die Untersuchung eine der letzten Amtshandlungen der FTC-Chefin Lina Khan sein. Die Juristin ist aggressiv gegen die Marktmacht großer Unternehmen vorgegangen, insbesondere die der Technologiekonzerne. So hat sie Verfahren gegen Apple, Amazon und Meta eröffnet. Auch das Geschäft der Social-Media-Plattformen mit verhaltensbasierter Werbung lässt sie untersuchen.

Ähnliches Verfahren läuft in der EU

Ein Schwerpunkt der Untersuchung ist laut der Nachrichtenagentur Reuters die Geschäftspraxis von Microsoft, Produkte wie die Bürosoftware Office und IT-Sicherheitsdienste mit dem Cloud-Angebot zu bündeln. Die Behörde untersuche, ob der Konzern Kunden durch einen Preisaufschlag daran hindere, ihre Daten von seinem Cloud-Dienst Azure auf andere Plattformen zu übertragen.

In der Europäischen Union (EU) gibt es eine ähnlich gelagerte Beschwerde: Google wirft Microsoft vor, sein „Monopol“ im Softwaremarkt auszunutzen, um Kunden zur Nutzung der Cloud-Plattform Azure zu bewegen. Der Konzern binde Unternehmen durch Lizenzbedingungen eng an sich.

Zugleich will die FTC offenbar die gravierenden Probleme bei der IT-Sicherheit adressieren, mit denen Microsoft über mehrere Monate Schlagzeilen gemacht hat. Zuletzt etwa, als ein fehlerhaftes Update des Softwareherstellers Crowdstrike Millionen von Windows-Systemen lahmlegte.

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Auch das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) ist Medienberichten zufolge Teil des Verfahrens. Microsoft hat eine enge Partnerschaft mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI geschlossen und in diesem Zuge mehr als 13 Milliarden Dollar in das Start-up investiert. Amazon und Google beteiligen sich ebenfalls an Entwicklern. Das hat in anderen Ländern – etwa Großbritannien – bereits die Frage nach dem Einfluss der Technologiekonzerne aufgeworfen.

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