Ampel-Aus: Jetzt geht es für FDP-Chef Lindner um alles
Berlin. Für einen Augenblick schien am Wochenende selbst das politische Karriereende eines Mannes denkbar, der bis dato als unersetzbar galt: Christian Lindner führt die FDP seit mehr als einem Jahrzehnt. Nun aber schien er auch zu wackeln, nachdem am Freitagmittag zwei seiner engen Vertrauten zurückgetreten waren, Generalsekretär Bijan Djir-Sarai und Bundesgeschäftsführer Carsten Reymann.
Es waren die ersten personellen Konsequenzen der „D-Day“-Krise, die für die FDP existenziell werden könnte: Die Glaubwürdigkeit der Partei ist schwer beschädigt, und der Generalsekretär und der Bundesgeschäftsführer drei Monate vor der Bundestagswahl weg.
Eigentlich versucht ein Vorsitzender in so einer Lage, die Nachfolge so schnell wie möglich zu klären, auch als Beruhigungssignal in die Partei. Doch es dauerte bis Sonntagmorgen, bis bekannt wurde, dass Ex-Justizminister Marco Buschmann neuer Generalsekretär wird – obwohl er schon am Freitagmittag als Lindners Favorit in der Partei gehandelt wurde.
Mit jeder Stunde ohne Entscheidung nahmen am Samstag die Gerüchte in der FDP zu. Gibt es Widerstand gegen Lindners Wunschkandidaten? Oder sucht der Parteichef selbst noch jemand anderen, findet aber niemanden, der den Job an seiner Seite machen will?