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Morning BriefingWer nicht transformiert, verliert – Siemens ringt um seine digitale Zukunft

Das Münchener Unternehmen möchte ein echter Digitalkonzern werden. Um den altehrwürdigen Koloss zu transformieren, könnten auch radikale Schritte notwendig werden.Teresa Stiens 30.12.2024 - 06:13 Uhr Artikel anhören
Morning Briefing

Siemens überprüft Healthineers-Beteiligung / Gesetzliche Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge

30.12.2024
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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

wenn ein Unternehmen 177 Jahre alt wird, dann nur, indem es sich immer wieder erneuert. Wer würde heute noch Geld für einen Zeigertelegrafen ausgeben?

Wäre Siemens bei seinem Anfangsprodukt aus dem Jahr 1847 geblieben, gäbe es das Unternehmen aus München sicherlich nicht mehr. Und so ringt Siemens heutzutage mit einer weiteren Erneuerung, um den Schritt in die digitale Ära zu schaffen. Doch einen so alten und so großen Konzern in die Zukunft zu bewegen, ist ein Kraftakt. Einer, bei dem auch radikale Maßnahmen notwendig werden können.

Eine dieser möglichen Maßnahmen hat Siemens-Finanzchef Ralf Thomas jetzt im Handelsblatt-Interview angedeutet. Der Technologiekonzern will seine Mehrheitsbeteiligung an der Medizintechniktochter Siemens Healthineers auf den Prüfstand stellen.

Die Überlegungen sollen Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Thomas erklärt:

Wir bewerten die ökonomischen Möglichkeiten für die Siemens AG im Gesundheitswesen.

Daraus werde Siemens dann ableiten, wie instrumentell die Healthineers als eine Beteiligung dafür sind. Einige Investoren fordern schon länger, dass der Konzern seine Anteile abbaut.

Vera Diehl, Portfoliomanagerin bei Union Investment, sagt: „Ich persönlich wünsche mir die völlige Unabhängigkeit – denn mein Portfolio setze ich mir selbst zusammen.“

New Yorker Börse, Kakaobohnen, Bitcoin, Goldbarren: Viele Investitionen haben sich in diesem Jahr gelohnt. Foto: Reuters, dpa, Imago

Kurz vor dem Ende des Jahres 2024 ist es Zeit für ein Fazit des zurückliegenden Börsenjahres. Was wäre aus Ihrem Geld geworden, wenn Sie zu Beginn des Jahres 100.000 Euro in bestimmte Anlageklassen investiert hätten?

Dieser Frage hat sich Handelsblatt-Finanzmarktexpertin Andrea Cünnen gewidmet. Ein Fazit: Risikofreude wurde belohnt. Denn die weltweiten Leitzinssenkungen der Notenbanken und die überraschend robuste Wirtschaft haben die Börsen 2024 beflügelt.

Interessanterweise hätten diejenigen am meisten Profit gemacht, die zu Beginn des Jahres 100.000 Euro in Kakao investiert hätten. Hinter dem Preisanstieg des Rohstoffs stecken allerdings besorgniserregende Gründe. Extreme Wetterbedingungen haben in den Anbauländern Elfenbeinküste und Ghana zu großen Ernteausfällen geführt. Neben dem Kakao ist auch der Bitcoin im auslaufenden Jahr deutlich teurer geworden.

Doch von einem Rückblick lässt sich nichts kaufen. Was würden wir nicht alle dafür geben, schon jetzt zu wissen, welche Investitionen im kommenden Jahr zu großer Rendite führen. Präzise beantworten können wir das erst in zwölf Monaten, aber meine Kollegin wagt in ihrer Analyse schon einmal einen Ausblick in die Zukunft.

Während die Vorhersage der Anlagerendite für 2025 einem Blick in die Glaskugel gleicht, lassen sich die steigenden Krankenkassenbeiträge schon jetzt deutlich präziser vorhersagen. Mehr als 57 Millionen Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden 2025 höhere Beiträge zahlen. Das hat das Portal kassensuche.de für das Handelsblatt berechnet.

Wie die Steigerungen genau ausfallen, hängt von den jeweiligen Krankenkassen ab. Sie können den Zusatzbeitrag eigenständig festlegen. Laut GKV-Schätzerkreis soll der Zusatzbeitrag im Jahr 2025 voraussichtlich bei 2,5 Prozent liegen. Das wären 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Die gesetzlichen Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge, weil ihre Rücklagen dahinschmelzen – allein im ersten Halbjahr 2024 verzeichneten sie ein Defizit von 2,2 Milliarden Euro. Wenn Sie erfahren wollen, welche Änderungen Ihre Kasse konkret plant und wann sich ein Wechsel lohnt, empfehle ich Ihnen den Artikel meiner Kollegen Markus Hinterberger und Britta Rybicki.

Viele Mittelständler in Deutschland starten mit tiefen Sorgenfalten in das neue Jahr. Der Klemmenhersteller Phoenix Contact aus Ostwestfalen-Lippe hat gerade die Viertagewoche eingeführt, um die Kosten zu senken. Autozulieferer wie Brose aus Coburg schreiben Verluste und bauen Stellen ab.

Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung, weist darauf hin, dass Mittelständler weniger Ressourcen als Großkonzerne hätten und deshalb Investitionen zurückstellen wird.

Doch Welter warnt davor, abzuwarten und darauf zu hoffen, dass mit einer neuen Regierung alles besser würde. Diese müsse zwar Rahmenbedingungen für den Mittelstand setzen, um den Strukturwandel halbwegs gut bewältigen zu können. Sie sagt aber auch:

Einige Industrien werden verschwinden.

Mittelständler sollten diesen Strukturwandel und die anhaltende Unsicherheit akzeptieren.

Jimmy Carter: Der frühere US-Präsident ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Foto: IMAGO/USA TODAY Network

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter ist gestern im Alter von 100 Jahren gestorben. In die Amtszeit des Demokraten zwischen 1977 und 1981 fielen unter anderem die zweite Ölpreiskrise und das Camp-David-Friedensabkommen zwischen Ägypten und Israel. Im Jahr 2002 erhielt Carter den Friedensnobelpreis für sein Engagement für Menschenrechte und internationale Vermittlung nach seiner Amtszeit.

Carter hatte schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, wollte aber bis zur US-Wahl im November „durchhalten“, um seine Stimme für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris abzugeben. Das war ihm gelungen – Harris hatte die Wahl jedoch verloren.

Dies, liebe Leserinnen und Leser, ist das letzte Morning Briefing im Jahr 2024. Wir Journalistinnen und Journalisten legen ja oft den Finger in die Wunde, weisen auf Missstände hin und kritisieren den Status Quo. Das ist unser Job. An dieser Stelle möchte ich zum Jahresausklang aber auch daran erinnern, wie gut es uns hier in Deutschland geht.

Natürlich haben viele von uns mit persönlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Aber wir feiern den Jahreswechsel nicht in Luftschutzbunkern, wie die Menschen in der Ukraine. Wir feiern ihn nicht in provisorischen Zelten ohne Heizung und in Todesangst, wie die Menschen in Gaza. Anders als die Menschen im Südsudan haben wir genug zu essen und anders als die Menschen in Russland oder dem Iran dürfen wir unsere Meinung frei äußern, ohne dafür verhaftet und ermordet zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen frohen Übergang in 2025 und verabschiede mich fürs Erste wieder von Ihnen. Im neuen Jahr übernimmt mein Kollege Christian Rickens wie gewohnt die Federführung.

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Es grüßt Sie herzlich Ihre

Teresa Stiens
Redakteurin Handelsblatt

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