Basel III: Bank of England verzögert Reformen erneut
London. Die Bank of England hat die Umsetzung des Reformpakets Basel III ein drittes Mal verschoben, um mehr Klarheit über die Einführung in den USA zu erhalten. Die Zentralbank verschob den Termin auf den 1. Januar 2027, wie sie am Freitag mitteilte.
Grund sei die Ungewissheit, wann die Basel-Standards in den USA umgesetzt würden. Unter Berücksichtigung von Wettbewerbs- und Wachstumserwägungen wurde nach Rücksprache mit dem britischen Finanzministerium beschlossen, die Umsetzung der Regeln weiter zu verschieben.
Die US-Wahlen schüren die die Angst vor einer großen globalen Deregulierungswelle. Die Bank of England wollte die Umsetzung der neuen Kapitalregeln erst bis 2026 hinauszögern. Das in der Hoffnung, das Paket etwa zur gleichen Zeit wie andere internationale Rechtsordnungen verabschieden zu können.
Das globale Kapitalreformpaket wurde 2017 im Anschluss an die globale Finanzkrise vereinbart. Inzwischen sprechen politische Entscheidungsträger zunehmend von der Notwendigkeit sicherzustellen, dass die Regulierung das Wirtschaftswachstum nicht beeinträchtigt.
Banken auf der ganzen Welt haben in Lobbykampagnen versucht, die Umsetzungspläne zu verwässern. Die EU hat in diesem Monat die meisten neuen Vorschriften eingeführt. Verzögert wurden jedoch die Vorschriften, die das Handelsgeschäft der Banken betreffen. Die Schweiz hat alle Regeln im Januar eingeführt.
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Das Vereinigte Königreich hat erklärt, die Umsetzung werde sich insgesamt nur geringfügig auf das Kapital der Banken auswirken. Jedoch rechnen einzelne Banken mit erheblichen Auswirkungen auf bestimmte Aktivitäten. Die großen britischen Banken fürchteten auch den logistischen Aufwand, der mit der Umsetzung nach unterschiedlichen Zeitplänen in verschiedenen wichtigen Märkten verbunden ist. Sie sind daher daran interessiert, dass das Vereinigte Königreich den Zeitplan der USA übernimmt.