Deepseek: China startet mit KI-Euphorie ins Jahr der Schlange
Was haben Chinas Machthaber im vergangenen Jahr nicht alles versucht, um das Volk aus der Post-Corona-Lethargie zu zerren: Umschuldung für Lokalregierungen, Finanzspritzen für Banken, Zinssenkungen und zuletzt sogar Konsumgutscheine für den Kauf neuer Elektrogeräte, wenn dafür das alte Gerät eingemottet wird. Nichts half.
Unternehmer und Verbraucher hielten ihr Geld zusammen. Zu groß war die wirtschaftliche Unsicherheit, zu eng die politische Kandare.
Doch nun elektrisiert das KI-Start-up Deepseek China und den Rest der Welt. Die Jungfirma aus Hangzhou, die bis dato nur Insidern in der Volksrepublik ein Begriff war, stellte am Montag vergangener Woche ihr neuestes Sprachmodell R1 vor und ist seither in aller Munde. Der Chatbot soll in der Lage sein, ähnlich komplexe Aufgaben zu lösen wie die neueste Version von ChatGPT von OpenAI, braucht dafür aber deutlich weniger Rechenleistung und weniger Hightech-Chips (auf die China wegen der US-Restriktionen keinen Zugriff mehr hat).
Deepseek sorgt in China für Begeisterung
Während die Erfolgsgeschichte von Deepseek den US-Tech-Werten hohe Kursverluste beschert, sorgt sie in Chinas sozialen Medien für Begeisterungsstürme. Für die Staatsführung kommt der Euphorieschub gerade zur rechten Zeit.