1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Management
  4. Schweizer Business-Schools: Diese Perspektiven bietet ein MBA-Studium dort

Schweizer Business-SchoolsDiese Perspektiven bietet ein MBA-Studium dort

Schweizer Business-Schools zählen zu den besten in Europa. Doch es ist nicht nur die akademische Exzellenz, die ein MBA-Studium im Nachbarland für deutsche Nachwuchsmanager attraktiv macht.Kirstin von Elm 25.02.2025 - 08:03 Uhr Artikel anhören
Campus der IMD Business School in Lausanne: Atmosphäre wie bei einem Treffen der Vereinten Nationen im Miniaturformat. Foto: Mark Henley/IMD

Kiel. Wer sich optimal auf eine Karriere im internationalen Topmanagement vorbereiten will, sollte in einem der kleinsten Länder Europas beginnen, sagt zumindest David Bach. Der gebürtige Deutsche ist Professor für Strategie und politische Ökonomie am International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne und seit September 2024 auch Präsident der renommierten Schweizer Wirtschaftshochschule. Er ist also keineswegs unparteiisch. Doch tatsächlich gibt es für ein Managementstudium in Zürich oder Lausanne gute Argumente – insbesondere für Führungskräfte aus Deutschland, die sich weiterbilden wollen.

In akademischen Rankings schneiden eidgenössische Business-Schools wie das IMD oder die Universität St. Gallen regelmäßig gut ab, beide können zudem mit der sogenannten Triple Crown glänzen, der Akkreditierung durch die drei internationalen Qualitätsprüfer AACSB, AMBA und EFMD. Die kulturelle Vielfalt unter den Studierenden ist ebenso hoch wie die Zahl der multinationalen Unternehmen und Organisationen um sie herum. „In der ganzen Welt gibt es keine internationaleren Business-Schools als in der Schweiz“, sagt Bach.

Alumni vergleichen das multikulturelle Campusleben am IMD schon mal mit einem Treffen der Vereinten Nationen. 100 Menschen von sechs Kontinenten büffeln hier gemeinsam für den Titel Master of Business Administration (MBA), der als eine Art Goldstandard im internationalen Management gilt. Pro Jahrgang kommt nur eine Handvoll der Kursteilnehmer aus der Schweiz. Im noch kleineren Vollzeit-MBA in St. Gallen sind es meist nur ein bis zwei.

Ihre kulturelle Vielfalt sehen die Schweizer Kaderschmieden als großen Vorteil in einer immer globaler werdenden Wirtschaftswelt. Während amerikanische Eliteuniversitäten wie Harvard oder Stanford nach wie vor sehr US-lastig sind – rund 50 bis 60 Prozent der MBA-Studenten benötigen dort kein Visum –, liegt die Ausländerquote in Lausanne bei mehr als 90 Prozent. Entsprechend breiter und internationaler ist die Sicht auf die Welt – ebenso wie das Angebot an Unternehmensprojekten, Fallstudien oder das Alumni-Netzwerk.

Auch das wirtschaftliche Umfeld ist fast nirgendwo auf der Welt so vielfältig und international wie in der viersprachigen Schweiz. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 101.500 US-Dollar pro Kopf gehört das kleine Land zu den zehn reichsten und produktivsten Nationen der Welt. Auf einer Fläche kleiner als Niedersachsen tummeln sich nahezu 40.000 multinationale Unternehmen, von denen etwa die Hälfte ihre Wurzeln in der Schweiz hat, der Rest im Ausland. Auf der Liste der 100 größten in der Schweiz ansässigen Unternehmen stehen Namen wie Aldi, BMW, Glencore, Cargill, Google, Lafarge Holcim oder Kühne + Nagel.

Manager aus dem Ausland sind gefragt

Dem Schweizer Bundesamt für Statistik zufolge stehen multinationale Konzerne für rund 30 Prozent aller Jobs im Land, darunter auch einheimische wie ABB, Nestlé, Novartis, Roche, die Versicherer Swiss Life und Swiss Re oder die Großbank UBS. Stark gewachsen sind in den vergangenen zehn Jahren vor allem chinesische Repräsentanzen, die inzwischen mehr als 8400 Menschen in der Schweiz beschäftigen. Hinzu kommen rund 25.000 Stellen bei Nichtregierungsorganisationen wie der Weltgesundheitsorganisation WHO, der Welthandelsorganisation WTO, dem Weltwirtschaftsforum WEF oder dem Internationalen Roten Kreuz. Auch viele Organisationen des Weltsports haben ihren Sitz in der Schweiz, etwa der Fußballverband Fifa in Zürich oder das Internationale Olympische Komitee IOC in Lausanne.

Ohne Zuwanderung lässt sich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt für Führungskräfte längst nicht mehr decken. Konsequenterweise ist die Schweiz laut dem vom IMD erstellten „Global Talent Report“ Weltmeister im Anwerben ausländischer High Potentials. Zwar ist das Leben in Städten wie Zürich, Genf oder Lausanne teuer, doch auch die Lebensqualität und die Managementgehälter sind Weltspitze.

Für MBA-Absolventen ist der Abschluss an einer Schweizer Topuniversität also ein Art VIP-Ticket für eine internationale Karriere, denn auch bei der akademischen Exzellenz sind die Eidgenossen vorn dabei. Auf der Rangliste der besten europäischen Business-Schools der „Financial Times“‧ finden sich das IMD und die Universität St. Gallen auf vorderen Plätzen, im weltweiten MBA-Ranking in der Kategorie „Internationale Mobilität“ sogar auf den Plätzen eins und sechs. Denn ein Großteil der Absolventen aus Südostasien, Südamerika oder Nordafrika setzt seine Karriere in der Schweiz oder Europa fort.

101.500
US-Dollar beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in der Schweiz, der dritthöchste Wert weltweit. Deutschland kommt nur auf 53.600 US-Dollar.
Quelle:World Economic Forum

„Schweizer Business-Schools sind aus denselben Gründen erfolgreich wie viele Schweizer Unternehmen – weltoffen, innovativ und exzellent“, sagt IMD-Präsident Bach. Diesen „Swissness-Faktor“ nutzt er erfolgreich beim Werben um Weiterbildungswillige aus aller Welt.

Insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz strebt das IMD weltweit eine Vorreiterrolle an. Um generative KI erfolgreich einzuführen und produktiv zu nutzen, kommt es Studien zufolge mehr denn je auf menschliche Fähigkeiten wie strategisches Denken, Analysefähigkeit, Vorstellungskraft oder Kommunikationsstärke an. In Jobinterviews müssen MBA-Absolventen diese Fähigkeiten künftig unter Beweis stellen.

Unter anderem deshalb hat das IMD seinen Vollzeit-MBA im vergangenen Jahr von Grund auf umgebaut. Im Mittelpunkt des neuen Curriculums stehen zehn „transversale“ Fähigkeiten, die im Studium entwickelt und neben dem Fach- und Methodenwissen künftig auch bewertet werden. Der erste Jahrgang, für den diese Neuerung gilt, ist im Januar gestartet.

Bewährte Elemente wie die Kennlernexkursion in die Schweizer Alpen zum Studienauftakt wurden beibehalten. Dabei geht es neben dem Thema Nachhaltigkeit vor allem ums Teambuilding. Auch das umfangreiche persönliche Coaching sowie das internationale Beratungsprojekt am Ende des Studiums gibt es weiterhin. Dabei wenden die Führungskräfte von morgen ihr neu erworbenes Wissen auf reale Problemstellungen in einem multinationalen Unternehmen oder einer NGO an. Neu ist das vierwöchige „Future Lab“ in Singapur, wo es zur Halbzeit unter anderem darum geht, optimale Rahmenbedingungen für technologischen Fortschritt schaffen.

Das alles hat seinen Preis: Mit Studiengebühren von rund 100.000 Euro ist der zwölfmonatige Vollzeit-MBA in Lausanne, ohnehin einer der teuersten Städte der Welt, im europäischen Vergleich alles andere als ein Schnäppchen. Zum Vergleich: An der deutschen Privathochschule WHU ist ein MBA-Studium für weniger als die Hälfte der Summe zu haben.

Schweizer Business-Schools: Angebote in deutscher Sprache

Zumindest aus deutscher Sicht bietet der Schweizer Weiterbildungsmarkt noch eine weitere interessante Option: Er gehört zu den wenigen Auslandsstudienorten, in denen man Programme auf Deutsch belegen kann. Die Lucerne School of Business an der Hochschule Luzern oder die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit der ZHAW School of Management and Law in Winterthur bieten beispielsweise ein berufsbegleitendes MBA-Studium in deutscher Sprache an.

IMD-Präsident David Bach: Schweizer Hochschulen sind aus denselben Gründen erfolgreich wie Schweizer Firmen. Foto: IMD

An der Universität St. Gallen, obwohl in der Deutschschweiz gelegen, finden die MBA-Kurse dagegen auf Englisch statt. Für deutschsprachige Interessenten bietet die internationale Business-School allerdings eine breite Palette an kürzeren Weiterbildungskursen in ihrer Muttersprache an, die einzeln belegt und zu einem Executive Master of Management & Law kombiniert werden können. Für erfahrene Führungskräfte aus dem deutschsprachigen Raum startet zudem zweimal pro Jahr ein Executive-MBA-Programm mit rund 35 bis 45 Plätzen auf Deutsch.

Verwandte Themen
Schweiz
Deutschland
US-Dollar
ABB

Am IMD soll künftig eine neue KI-App bei der Überwindung von Sprachbarrieren helfen. Die Business-School macht alle Inhalte ihres akademischen Programms, vom Forschungspapier bis zur Videovorlesung, über ihr eigenes IMD-GPT abrufbar, das auch Zugriff auf externe Quellen hat. Wer Nachfragen zu den Kernpunkten aus der letzten Vorlesung hat und dafür konkrete Beispiele aus der Praxis sucht, kann künftig also einfach den Bot fragen – in seiner Muttersprache.

Erstpublikation: 24.02.2025, 10:52 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt