Impfstoffe: US-Gesundheitsminister Kennedy will Kinder-Impfplan prüfen
Washington. Der US-Gesundheitsminister Robert J. Kennedy Jr. will den Impfplan für Kinder, der diese vor Masern, Polio und anderen gefährlichen Krankheiten schützen soll, prüfen lassen. Dies kündigte er in seiner Willkommensrede vor Tausenden Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums am Dienstag an. „Nichts wird tabu sein“, sagte Kennedy.
Er wolle außerdem Pestizide, Lebensmittelzusatzstoffe, Mikroplastik, Antidepressiva und elektromagnetische Wellen, die von Mobiltelefonen und Mikrowellen ausgehen, untersuchen lassen.
Die Kommission wurde in der vergangenen Woche unter dem Motto „Make America Healthy Again“ durch einen Erlass von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufen, unmittelbar nachdem Kennedy als neuer Gesundheitsminister vereidigt worden war.
Kennedy sagte, die Kommission werde mehrere Themen untersuchen, darunter auch die Impfungen für Kinder, die „offiziell tabuisiert oder unzureichend untersucht wurden“.
Dabei hatte Kennedy dem republikanischen Senator und Arzt Bill Cassidy zuvor zugesichert, dass er den Impfplan nicht antasten würde. Cassidy hatte eigenen Aussagen nach große Bedenken, seine Stimme für Kennedy abzugeben aufgrund dessen allgemein bekannter Impfskepsis. „Impfstoffe retten Leben. Sie sind sicher“, sagte Cassidy.
Kennedy hatte immer wieder seine Zweifel und auch Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Impfstoffen verbreitet – besonders während der Covid-Pandemie – und eine treue Anhängerschaft für seine gemeinnützige Anti-Impf-Organisation gewonnen.
Trotzdem erklärte Kennedy den Senatoren während seiner Bestätigungsanhörung wiederholt, dass er nicht per se gegen Impfungen sei. Cassidy stimmte schließlich für den neuen Gesundheitsminister. Das Büro des Senators wollte sich zu Kennedys jüngsten Äußerungen zunächst nicht äußern.
Paul Offit, ein Experte für Infektionskrankheiten an der Kinderklinik in Philadelphia, der in einem Bundesausschuss für Impfstoffe sitzt, sagte: „Ich denke, er (Kennedy) wird alles tun, um Impfstoffe weniger verfügbar und weniger erschwinglich zu machen, weil er ein Impfgegner ist.“