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Seven&i7-Eleven-Eigentümer wehrt Übernahme mit radikaler Reform ab

Der Übernahmekampf mit Couche-Tard ist entschieden. Die Japaner ergreifen harte Maßnahmen: Der US-Teil der Kette 7-Eleven soll an die Börse gehen. Zudem wird erstmals ein Ausländer Chef.Martin Kölling 06.03.2025 - 12:56 Uhr Artikel anhören
7-Eleven-Geschäft in Tokio: Die Kette ist in den USA klarer Marktführer. Foto: REUTERS

Tokio. Eine Übernahmeschlacht im weltweiten Einzelhandel steht vor der entscheidenden Wende: Der japanische Konzern Seven&i will den US-Teil der weltgrößten Convenience-Store-Kette 7-Eleven 2026 an die Börse bringen. Das kündigte das Unternehmen am Donnerstag in Tokio als Teil eines Plans an, den Wert des Konzerns zu steigern.

Es ist das jüngste Manöver des Unternehmens, um das 47 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des kanadischen Konkurrenten Alimentation Couche-Tard abzuwehren. Gleichzeitig könnte der Börsengang zu einem der größten werden, die in den USA anstehen – und eine Gelegenheit für Investoren, sich in den US-Einzelhandel einzukaufen.

Diese Aussicht wurde von Investoren in Japan bereits begrüßt. Nachdem die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ über die Pläne berichtet hatte, schoss der Aktienkurs des Unternehmens um gut sechs Prozent in die Höhe. Die 24-Stunden-Läden von 7-Eleven sind das Aushängeschild des Handelskonzerns.

Japanisches Supermarktgeschäft geht an Investoren

In Japan ist die Kette ein Riese, in den USA der unbestrittene Marktführer. Die US-Tochter SEI betreibt mehr als 9000 Convenience Stores. Die Nummer zwei, Circle K von Couche-Tard, liegt abgeschlagen dahinter. Innerhalb von Seven&i macht das US-Geschäft rund 70 Prozent des Umsatzes aus.

Die Läden, eine Mischung aus Tankstelle und Minisupermarkt, sind insgesamt profitabel. Allerdings stehen die Erträge unter Druck. Das Unternehmen hat seine Prognose für das abgelaufene Jahr um 28 Prozent gesenkt. Damit rechnet SEI aber immer noch mit einem operativen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar.

Deshalb will sich Seven&i auch nicht ganz von der US-Tochter trennen. Die Japaner kündigten an, nach einem Börsengang mehr als 50 Prozent der Anteile halten zu wollen. Zudem erklärte der Konzern an, sein japanisches Supermarkt- und Kaufhausgeschäft für umgerechnet 5,1 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um Bain Capital zu verkaufen.

Von seiner Bank trennt sich der Konzern auch. Insgesamt will das Management so umgerechnet 12,5 Milliarden Euro für einen schrittweisen Aktienrückkauf lockermachen, der bis 2030 umgesetzt werden soll.

Erstmals beruft Seven&i einen Ausländer an die Spitze

Wie wichtig diese Kehrtwende für das Unternehmen ist, zeigt ein Führungswechsel. Erstmals beruft das Unternehmen einen Ausländer an die Spitze des operativen Geschäfts: Der bisherige Verwaltungsratschef Stephen Dacus löst den bisherigen CEO Ryuichi Isaka ab.

Der Amerikaner kennt sich sowohl in der angelsächsischen und der japanischen Wirtschaftskultur aus. In seiner beruflichen Laufbahn hatte er Führungspositionen bei einer der größten Modeketten der Welt, Fast Retailing, besser bekannt unter der Marke Uniqlo, inne, sowie beim damaligen Japangeschäft des US-Einzelhändlers Walmart.

Japans Einzelhandelsriese bekommt einen neuen Chef: Stephen Dacus. Er soll den Konzern radikal restrukturieren. Foto: AFP

Später begleitete er als Vorstandschef die globale Expansion der Sushi-Kette Sushiro und arbeitete dann für den Investmentfonds Permira Advisors. 2022 holte ihn Seven&I als unternehmensfremdes Mitglied in den Verwaltungsrat. 2024 übernahm er den Vorsitz.

Während der Übernahmeschlacht leitete er den Ausschuss, der das Angebot der Kanadier prüfen sollte. Seine Rolle wurde besonders spannend, weil die Gründerfamilie Ito die Kanadier mit einem eigenen 58 Milliarden Dollar schweren Übernahmepaket ausstechen und ihr Unternehmen von der Börse nehmen wollte.

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Ende Februar scheiterte dieser Plan jedoch, weil die Gründer nicht genügend Kapital aufbringen konnten. Damit war der Weg frei für Plan B. Folgerichtig erklärte Dacus am Donnerstag offiziell, dass der Vorstand auch das Übernahmeangebot der Kanadier ablehne. Denn der neue Plan „vereinfacht die Struktur unserer Gruppe und setzt Shareholder-Value frei“.

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