Handelskrieg: Krude Rechnung? So kam die Trump-Regierung auf ihre Zollsätze
San Francisco. Es war ein Auftritt ganz nach dem Geschmack von Donald Trump. Am Mittwoch stellte der US-Präsident sein neues Zollregime vor – im Rosengarten des Weißen Hauses, unter dem Applaus handverlesener Gäste und vor allem vor den Augen der Weltöffentlichkeit.
„Wir wurden belogen, betrogen, vergewaltigt“, sagte Trump. „Ausländische Plünderer haben unseren amerikanischen Traum zerstört.“ Darunter: die Europäische Union (EU), die Amerika in Handelsfragen „über den Tisch“ ziehe. „Das ist so erbärmlich. Manchmal sind Freunde die schlimmsten Feinde.“
Doch mit dem heutigen „Liberation Day“ (Tag der Befreiung) werde sich das ändern, so Trump. Oberstes Ziel: das Außenhandelsdefizit der USA zu verringern. 2024 verzeichneten die USA laut dem Amt für ökonomische Statistik ein Defizit bei Waren und Dienstleistungen von gut 918 Milliarden Dollar: ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das lag vor allem an der anhaltend starken Wirtschaft in den USA, die für mehr Importe sorgte. Für Trump ist das Defizit seit Langem ein Ärgernis.